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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.) INFORMATIK 2016
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GI-Edition
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Lecture Notes in Informatics
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.)
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INFORMATIK 2016
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26.–30. September 2016 Klagenfurt
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259 Proceedings
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.)
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INFORMATIK 2016
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26. – 30. September 2016 Klagenfurt, Österreich
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Gesellschaft für Informatik e.V. (GI)
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Lecture Notes in Informatics (LNI) - Proceedings Series of the Gesellschaft für Informatik (GI)
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Volume P-259
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ISBN 978-3-88579-653-4 ISSN 1617-5468
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Volume Editors Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich C. Mayr
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Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Universitätsstraße 65-67, Österreich heinrich.mayr@aau.at
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Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Martin Pinzger Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Universitätsstraße 65-67, Österreich martin.pinzger@aau.at
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Series Editorial Board Heinrich C. Mayr, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Austria (Chairman, heinrich.mayr@aau.at) Dieter Fellner, Technische Universität Darmstadt, Germany Ulrich Flegel, Infineon, Germany Ulrich Frank, Universität Duisburg-Essen, Germany Johann-Christoph Freytag, Humboldt-Universität zu Berlin, Germany Michael Goedicke, Universität Duisburg-Essen, Germany Ralf Hofestädt, Universität Bielefeld, Germany Michael Koch, Universität der Bundeswehr München, Germany Axel Lehmann, Universität der Bundeswehr München, Germany Thomas Roth-Berghofer, University of West London, Great Britain Peter Sanders, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Germany Sigrid Schubert, Universität Siegen, Germany Ingo Timm, Universität Trier, Germany Karin Vosseberg, Hochschule Bremerhaven, Germany Maria Wimmer, Universität Koblenz-Landau, Germany
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Dissertations Steffen Hölldobler, Technische Universität Dresden, Germany Seminars Reinhard Wilhelm, Universität des Saarlandes, Germany Thematics Andreas Oberweis, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Germany
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Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 printed by Köllen Druck+Verlag GmbH, Bonn
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Vorwort
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Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
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in den Anfängen der Informatik ging es im Wesentlichen darum, aus heutiger Sicht teure, aber in ihrer Leistung sehr bescheidene Hardware für Anwendungen nutzbar zu machen. Dabei galt es, die grundlegenden Methoden und Techniken für die Konstruktion datenintensiver, sicherer und effizienter Betriebs- und Softwaresysteme zu erarbeiten. Im Tempo des Moore’schen Gesetzes hat sich diese ehemals überschaubare Disziplin zu einem Gebiet entwickelt, das aus keinem Wissenschaftsbereich und kaum einem Lebensbereich mehr wegzudenken ist. Dementsprechend heterogen und facettenreich ist heute die „Familie“ derjenigen, die sich mit Fragen der Informatik befassen, genauso wie es diese Fragen selbst sind.
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Seit 1971 treffen sich einmal im Jahr zahlreiche Mitglieder vorwiegend des deutschsprachigen Zweigs dieser Familie, um sich über ihre aktuellen Ergebnisse, Forschungs- und Entwicklungsprojekte, aber auch Themen der Gestaltung von Studium und Lehre auszutauschen: auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, die seit 1996 auch den Beinamen INFORMATIK trägt. Anders als bei Fachtagungen zu bestimmten Teilgebieten steht hier der Blick über den Tellerrand und die Kommunikation zwischen den unterschiedlichsten Interessensgruppen im Vordergrund – all dies entlang eines aktuellen Leitthemas.
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Informatiksysteme werden von Menschen gemacht und sie haben den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen: mit seinen Erwartungen, seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen in einer Welt des beschleunigten Privat- und Arbeitslebens und der zunehmend komplexen Aufgaben und Abläufe. Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Gebrauchstauglichkeit stehen dabei gleichermaßen im Fokus wie Sicherheit, Effizienz und Effektivität. Vor allem müssen Informatiksysteme beherrschbar, unaufdringlich und verstehbar bleiben. Technik hat sich dem Menschen anzupassen und nicht umgekehrt. All dies spiegelt sich im Leitthema des diesjährigen Familientreffens wieder: „Informatik: von Menschen und für Menschen“.
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Vor Ihnen öffnet sich nun die Zusammenschau der in insgesamt 205 Einzelbeiträgen behandelten Fragestellungen. Deren Spektrum ist so breit, dass der Rahmen eines Vorworts gesprengt würde, wollte man sie alle nennen. Daher begnügen wir uns hier mit einer groben Einteilung in folgende, generische Themenbereiche:
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Methoden, Techniken und Standardisierung, Software-, Data- und Knowledge Engineering, Schutz und Sicherheit, Informations- und Geschäftsprozessmanagement, Informatik und Hochschule, Lehre, und Gesellschaft, Informatik und Nachhaltigkeit,
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und besonders aktuell: Industrie 4.0 und Anwendungen.
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Die Diskussion selbst erfolgte einerseits im Rahmen von Plenarvorträgen herausragender Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft am zentralen „Tag der Informatik“ und am „Tag der Wirtschaft“; und andererseits in einer Vielzahl von Workshops, jeweils mit eigenem Programmkomitee, Tutorials, speziellen Studierendenund Doktorandenprogrammen, Podiumsdiskussionen und anderen Formaten. All dies ist im vorliegenden Tagungsband dokumentiert.
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Damit aber nicht genug, denn zeitgleich fanden auch die folgenden weiteren Fachkonferenzen unter dem Dach der INFORMATIK 2016 statt:
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die D-A-CH Security 2016, die 39. German Conference on Artificial Intelligence KI 2016, die 14. German Conference on Multiagent System Technologies und die D-A-CH Energieinformatik 2016.
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Ein Ereignis dieser Größenordnung kann in einer gemeinnützigen Gesellschaft nur durch ein außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement aller Akteure erfolgreich geplant und durchgeführt werden. Zählt man die Mitglieder der einzelnen Programmkomitees, die Hauptvortragenden, die AutorInnen der Beiträge und die OrganisationskomiteeMitglieder zusammen, dann haben über 500 Menschen zum Erfolg der Informatik 2016 beigetragen. Ihnen sei an dieser Stelle herzlichst auch im Namen des Vorstands der Gesellschaft für Informatik gedankt.
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Klagenfurt im September 2016
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Heinrich C. Mayr und Martin Pinzger
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7 Veröffentlicht mit Unterstützung des Forschungsrates der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
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Sponsoren
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Wir danken den nachfolgenden Unternehmen und Institutionen für die Unterstützung der Konferenz.
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Atos IT Solutions and Services GmbH (Platin Sponsor)
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SIC Software Internet Cluster Kärnten
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UBIT – Unternehmensberater, Buchhaltung und IT-Dienstleister SER Solutions Österreich GmbH
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Google International GmbH Austria
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Pearson Deutschland GmbH
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Walter De Gruyter GmbH
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Springer Vieweg | Fachmedien Wiesbaden
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GmbH
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BOC Products & Services AG
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Stadtwerke Klagenfurt AG
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Amazon Web Services, Inc.
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Kapsch AG Ilogs- Mobile Software GmbH M/O/T Alpen-Adria School of Management, Organizational Development and Technology Infineon Technologies Austria AG
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Academy Smart
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build! Gründerzentrum Kärnten GmbH Kelag- Kärntner ElektrizitätsAktiengesellschaft
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9 Weingut Burg Taggenbrunn GmbH
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Förderverein der Technischen Fakultät Industriellenvereinigung Kärnten Kärntner Universitätsbund Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
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Tagungsteam
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H. C. Mayr, M. Pinzger (Tagungsleitung, Tag der Informatik, Workshops, Tutorials) D. Jandl, A. Loisel, M. Zandonella, M. Zanker (Tag der Wirtschaft) P. Schartner (D-A-CH Security) G. Friedrich (KI2016) M. Klusch (MATES 2016) F. Kupzog, W. Elmenreich (D-A-CH Energieinformatik 2016) M. Lux, St. Wagner, E. Denert (Programm für Doktorand/inn/en) J. Michael und Studierende (SKILL, Studierendenprogramm) J. Michael (Ausstellungen) Ch. Kop (Publikationen) F. Al Machot, G. Morak, St. Beyer, R. S. P. Ranasinghe (Lokale Organisation AAU) C. Steinberger, C. Winter (Pressearbeit) D. Werdnig, E. Kerkmann, K. Unterköfler (Sekretariat, Finanzen) A. Lippitsch (Organisation Hotels, Sekretariat) St. Leitner, M. Maier, A. Schorn (Technik) M. Wolfger (Web-Redaktion)
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Inhalt
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Hauptvorträge
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Michael Wooldridge
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From model checking to equilibrium checking ………………………………...
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Thomas Eiter
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Artificial Intelligence at the Gates of Dawn? ………………………...………..
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Hanns-Thomas Kopf
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Security demands and attempts in the new digital world …...…………...…….
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Andreas Zeller
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Software verstehen, zerstören, schützen mit automatischen Software-Modellen
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Andreas Reuter
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Forschung ohne Informatik – geht das? ………………...…………...………...
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Peter Liggesmeyer
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IoT, Industrie 4.0 und Big Data: Herausforderungen für die Informatik und
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die GI ……………...……………………………………..…………………….
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Sabine Herlitschka
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Industrie 4.0 und zukünftige Arbeitswelten: Praxis und Vision von Infineon
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Technologies Austria …………………………………………………...……...
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Michael May
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Towards Industrial Machine Intelligence ……………...………………………
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Friedrich Georg Hoepfner
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Fit für den härtesten Job der Marktwirtschaft - Wie unsere Gründer spitze
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werden könnten ………...………………………………...…………………….
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Workshops
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Software-Entwicklungsprozesse und –Produkte im Licht kultureller Unterschiede
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Gerhard Chroust, Renate Motschnig
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Vorwort: Software-Entwicklungsprozesse und -Produkte im Licht kultureller
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Unterschiede ……………………………………………………………...……
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Gerhard Chroust
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Kulturelle Unterschiede und ihr Einfluss auf Software-Entwicklungsprozesse
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und –Produkte …………………………....…………………………………….
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Eckhart Hanser
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Erweiterung agiler Prozesse durch sozietäre Vorgehensbausteine ………...….
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Christina Böhm, Renate Motschnig
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Ein Diversity Framework für Informatik-nahe Projekte ……………...………..
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Walter Renner, Shiva Khalili
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Independent vs. interdependent identities: Eine theoretische Basis zu
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kulturellen Unterschieden in der Entwicklung und Nutzung von Software ……
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Walter Khom, MykolaTkachuk, Volodymyr Sokol, Oleksiy Kosmachov, Vladyslav Sokol Communication, Management and Teambuilding Issues in AustrianUkrainian Outsourcing Project: 10 Years of Experience and Future Challenges ……………………………………………………………………... 103
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Vladimir A. Shekhovtsov, Heinrich C. Mayr View Harmonization in Software Processes: from the Idea to QuASE …...…... 111
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Software Qualität ist wie Schönheit
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Sabine Wieland, Andreas Hartmann Zusammenfassung: Software Qualität ist wie Schönheit ……………...………. 127
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Sabine Wieland, Andreas Hartmann Software Qualität ist wie Schönheit ………………………………...…………. 129
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Mykola Tkachuk, Iryna Martinkus, Rustam Gamzayev, Andrii Tkachuk An Integrated Approach to Evaluation of Domain Modeling Methods and Tools for Improvement of Code Reusability in Software Development …….…. 143
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Stefan Strell, Vladimir A. Shekhovtsov, Heinrich C. Mayr Beurteilung von Software Qualität stärken durch Ontologien und Wiederverwendung von Wissen …….………………..….…………………….. 157
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Christoph Deppisch Citrus – Integrationsframework mit Demonstration ….....……………..…….... 171
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Software-Engineering für Multi-Plattform-Umgebungen
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Ruth Breu, Wolfgang Glock, Gabriele Haller, Thomas Matzner, Gerhard Müller, Friederike Nickl, Oliver Wiegert Software-Engineering für Multi-Plattform-Umgebungen …………...………… 177
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Suchmaschinen: Zwischen technischer Entwicklung und gesellschaftlicher Bedeutung
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Olaf Resch Suchmaschinen: Zwischen technischer Entwicklung und gesellschaftlicher Bedeutung ………………………………………………..……………………. 181
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Dirk Lewandowski Die Suchergebnisseite als Dauerwerbesendung? ………...…………………… 183
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Franz Kummer, Blaise Dévaud
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Juristische Suchmaschine Lawsearch Enterprise – drei Herausforderungen
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Timo Schulz, Björn Zessack, Bengt Rabe, Sebastian Kielmann Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Verwendung von Bildern in Suchmaschinen ……………………………………………...…………………. 205
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Sebastian Sünkler, Friederike Kerkmann, Sonja Quirmbach, Sebastian Schultheiß Sprachgesteuerte Websuche im Test – Ein Erfahrungsbericht aus der Perspektive von Auftraggeber, Auftragnehmer und Durchführendem ……...… 211
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Irene Teich, Peter Schnupp Sinnsuche noch günstiger: wie Google an Inbegriffen scheitert ……...………. 227
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Olaf Resch Visualisierung von Suche im Dialog ……………………...…………………… 241
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Value Sensitive Design of Internet-Based Services: Towards an Integration of Technology and Values
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Hannes Hartenstein, Alexander Maedche, Martina Zitterbart Value Sensitive Design of Internet-Based Services: Towards an Integration of Technology and Values ………………………………...…………………….... 253
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Markus Ast, Martin Gaedke Value-Sensitive Design in Hyper-Connected Societies ……...…………...……. 255
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Teemu Kärkkäinen, Jörg Ott The Case for Liberouters ……………………………………...………...…….. 261
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Stefanie Betz, Andreas Fritsch A Comparison of Value Sensitive Design and Sustainability Design …........…. 267
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Till Neudecker, Arsen Hayrapetyan, Alexander Degitz, Philipp Andelfinger Consideration of Values in the Design of Access Control Systems …...……..... 275
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Verena Dorner, Stefan Morana, Alexander Maedche, Christof Weinhardt Towards designing individual value-oriented decision support for selecting internet-based services …………………………...…….………………...……. 289
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Valentin Burger, Matthias Hirth, Tobias Hoßfeld, Phuoc Tran-Gia Principles of Information Neutrality and Counter Measures Against Biased Information ……………………….………………..……………………..…… 295
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2nd International Workshop on Big Data, Smart Data and Semantic Technologies – BDSDST 2016
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Nico Roedder, Stefan Zander, Natalja Kleiner, Suad Sejdocic, Stefan
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Jähnichen, Rudi Studer 2nd International Workshop on Big Data, Smart Data and Semantic Technologies – BDSDST 2016 ……………………...……………………...….. 311
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Florian Weber, Andreas Bihlmaier, Heinz Wörn Semantic Object-Oriented Programming (SOOP) …………………..……..…. 313
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Lars Bollweg, Richard Lackes, Markus Siepermann, Peter Weber In-Store Customer Analytics – Metriken & Reifegradszenarien zur Erfassung physischer Kundenkontakte im stationären Einzelhandel …………………..… 327
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Timo Schindler, Christoph Skornia Secure Parallel Processing of Big Data Using Order-Preserving Encryption on Google BigQuery …………………………………………………...……… 343
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Marco F. Huber, Martin Voigt, Axel-Cyrille Ngonga Ngomo Big Data Architecture for the Semantic Analysis of Complex Events in Manufacturing ……………………………………………….…………...……. 353
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Christoph Pflügler, Thomas Köhn, Maximilian Schreieck, Manuel Wiesche,
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Helmut Krcmar
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Predicting the Availability of Parking Spaces with Publicly Available Data
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Maximilian Schreieck, Christoph Pflügler, Christoph Dehner, Samit Vaidya, Simon Bönisch, Manuel Wiesche, Helmut Krcmar A Concept of Crowdsourced Delivery for Small Local Shops ………….…...… 375
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Kevin Laubis, Viliam Simko, Christof Weinhardt Weighted Aggregation in the Domain of Crowd-Based Road Condition Monitoring ……………………………………………………………..……… 385
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Daniel Breucker, Benedikt Kämpgen, Andreas Harth SEO4OLAP – Search Engine Optimized Presentation of Statistical Linked Data ………………………………………………………………..…...……… 395
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Recht und Technik – Datenschutz im Diskurs
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Rüdiger Grimm, Christoph Sorge, Indra Spiecker genannt Döhmann Recht und Technik: Datenschutz im Diskurs …………………………….......... 411
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Sebastian Volkmann, Linus Feiten, Christian Zimmermann, Sebastian Sester, Laura Wehle, Bernd Becker Digitale Tarnkappe: Anonymisierung in Videoaufnahmen ……….……..……. 413
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Paul Georg Wagner, Pascal Birnstill, Erik Krempel, Sebastian Bretthauer, Jürgen Beyerer Privacy-Dashcam – Datenschutzfreundliche Dashcams durch Erzwingen externer Anonymisierung ………………...……………………………………. 427
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Meiko Jensen, Nils Gruschka, Jens Lüssem Datenschutz im Fahrzeug der Zukunft: Vernetzt, Autonom, Elektrisch ……...... 441
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Christoph Bier Datenschutzziele im Konflikt: Eine Metrik für Unverkettbarkeit als Hilfestellung für den Betroffenen ……...………………...…………………….. 455
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Maren Pollmann, Dennis-Kenji Kipker Eingeschränkte Selbstbestimmung im Onlineverkehr: Stärkung der Einwilligungserklärung durch Einführung vorformulierter Datenschutzbestimmungen ……………......................……………………….…………….. 469
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Nutzerzentrierte Sicherheit – NzS 2016
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Andreas Heinemann, Steffen Lange, Marian Margraf, Jörg Willomitzer Workshop: Nutzerzentrierte Sicherheit – NzS 2016 ……...……………………. 485
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Peter Weierich, Tobias Schmidt, Sebastian Abeck Usability der Identity- und Accessmanagementkomponenten von Endkundenportalen ………………………………………...………………….. 487
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Helmar Hutschenreuter, Dieter Hutter Beherrschbarkeit komplexer Firmeninfrastrukturen durch eigenschaftsbasierte Sicherheit ………………......…………………………...……………. 497
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Alexandra Kunz, Melanie Volkamer, Simon Stockhardt, Sven Palberg, Tessa Lottermann, Eric Piegert NoPhish: Evaluation of a web application that teaches people being aware of phishing attacks ……………………………….……………..………………... 509
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Sandra Kostic, Andreas Heinemann, Marian Margraf Usability-Untersuchung eines Papierprototypen für eine mobile OnlineAusweisfunktion des Personalausweises ……………………...……………….. 519
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Workshop on New Security Standards for IACS/SCADA Industrial Systems
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Jan deMeer, Karl Waedt Workshop on New Security Standards for IACS/SCADA Industrial Systems …. 531
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Jan deMeer, Karl Waedt New Security Standards for Industrial Automation and Control Systems, based on IEC 62443-4-2 (IACS/SCADA) - Extended Abstract ……....………….…… 537
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Scott Cadzow, Alexander Cadzow Humans - the weakest and strongest link in securing systems …………...……. 543
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Mithil Parekh, Yuan Gao, Deeksha Gupta, Christian Luschmann OPANSec – Security Integrity Monitoring for Controllers …………...………. 547
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Yuan Gao, Xin Xie, Mithil Parekh, Edita Bajramovic SIEM: Policy-based Monitoring of SCADA Systems …………………...……... 559
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Simon Seibt, Karl Waedt, Hans Delfs, Simon Odorfer 3D Modeling of Selected Assets, Security Zones and Conduits …………...…... 571
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Jianghai Li, Edita Bajramovic, Yuan Gao, Mithil Parekh Graded Security Forensics Readiness of SCADA Systems ………………...….. 581
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Risikomodelle von komplexen Systemen
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Erich Schweighofer, Felix Breitenecker Risikomodelle von komplexen Systemen ………………………………...…….. 595
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Erich Schweighofer, Thomas Preiß Risikoanalyse im Recht – eine neue juristische Methodik? ……………...……. 597
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Ingrid Schaumüller-Bichl, Andrea Kolberger Information Security Risk Analysis in komplexen Systemen - neue Herausforderungen und Lösungsansätze ………………………….…...……… 609
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Manfred Holzbach Effiziente Risikoanalyse anhand praktischer Erfahrungsbeispiele ..……...…… 619
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Martin Setnicka Predictive Analytics in der österreichischen Finanzverwaltung ……………… 629
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Maik Günther Einsatz eines Gasmarktmodells zur Bewertung von Risiken ……………...…... 635
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Thomas Preiß Konzept einer Risikoanalyse im Verwaltungsverfahren durch agentenbasierte Simulation ……………………………..………………………….…………… 649
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Business Process Management und Strategisches Informationsmanagement im Öffentlichen Sektor
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Dagmar Lück-Schneider, Konrad Walser Business Process Management und Strategisches Informationsmanagement im Öffentlichen Sektor ………………………………...…………...……….……... 657
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Dagmar Lück-Schneider Process-Mining in der öffentlichen Verwaltung …..………………...……….... 659
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Konrad Walser, Anna Barbara Brechbühl, Reto Zgraggen IT-Sourcing in Schweizer Kommunen – Fallstudien aus dem Kanton Bern ...… 671
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Christian Kücherer, Jan David Liebe, Michael Schaaf, Johannes Thye, Barbara Paech, Alfred Winter, Franziska Jahn The Status Quo of Information Management in Hospitals - Results of an Online Survey ………………………………………………………………...... 685
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André Nursinski-Stolberg, Kiritharan Gangatharan, Christian Czarnecki Development of a Subject-Oriented Reference Process Model for the Telecommunications Industry ……………………..…………………..………. 699
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Workshop zum Stand, den Herausforderungen und Impulsen des Geschäftsprozessmanagements
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Michael Fellmann, Ralf Laue, Agnes Koschmider, Andreas Schoknecht Workshop zum Stand, den Herausforderungen und Impulsen des Geschäftsprozessmanagements ……………………………...………...………. 715
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Martin Bergner, Hans-Georg, Fill Florian Johannsen Supporting Business Process Improvement with Natural Language Processing: A Model-based Approach ….……………………………..……… 717
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Michaela Baumann, Michael Heinrich Baumann, Stefan Jablonski On Behavioral Process Model Similarity Matching: A Centroid-based Approach ….…………………………………………………………....……… 731
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Michaela Baumann, Michael Heinrich Baumann, Lars Ackermann, Stefan Schönig, Stefan Jablonski Ansätze zum Ähnlichkeitsabgleich von deklarativen Geschäftsprozessmodellen ………………………………………………….......………………... 733
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Jana-Rebecca Rehse, Philip Hake, Peter Fettke, Peter Loos Inductive Reference Model Development: Recent Results and Current Challenges …………………………………………………….......…………… 739
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Christina Niemöller, Dirk Metzger, Michael Fellmann, Deniz Özcan, Oliver Thomas Shaping the Future of Mobile Service Support Systems – Ex-Ante Evaluation of Smart Glasses in Technical Customer Service Processes ………...………... 753
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Enterprise Architecture Management
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Carsten Brockmann, Eldar Sultanow Enterprise Architecture Management – Aktueller Stand und Ausblick …...…... 771
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Benjamin Weinert, Axel Hahn, Oliver Norkus A domain-specific architecture framework for the maritime domain ……...….. 773
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André Ullrich, Edzard Weber Einsatz stilisierter Fakten zur Bewertung wandlungsfähiger Unternehmensarchitekturen ………………………………………...………………..……….. 785
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Lars Santesson, Tim Piontek, Marvin Zielaskowski Leichtgewichtige IT-Modernisierung in der öffentlichen Verwaltung mit der Hilfe von EAM …………...………...…………………………………….…….. 799
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Christian Czarnecki Design und Nutzung einer industriespezifischen Referenzarchitektur für die Telekommunikationsindustrie ……………...…….………………………...….. 807
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Benedict Bender, Marcus Grum Entwicklung eines Architekturkonzepts zum flexiblen Einsatz von Analytics …. 815
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Eldar Sultanow, Carsten Brockmann, Kai Schroeder, Carsten Breithaupt Lufthansa Aviation Standard: Developing an Open Group Reference Architecture for the Aviation Industry ……………...………...……………….. 825
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IT-Governance und Strategisches Informationsmanagement (ITG-SIM)
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Daniel F. Abawi, Matthias Goeken, André Miede IT-Governance und Strategisches Informationsmanagement (ITG-SIM) …....... 839
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Nicola Bigler, Konrad Walser Entwicklung eines Werkzeugs zur Standortbestimmung von IT-Abteilungen basierend auf COBIT 5 ……….………………….......................….………….. 841
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Matthias Goeken, Stefanie Looso Anwendung von Referenzmodellen der IT-Governance: Konzeptionelle Grundlage und Anwendungsszenarien ……………….....………..…………… 855
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Tomasz Kusber, Steffen Schwalm Elektronische Langzeitspeicherung als SOA-Dienst – Kernelement eines vertrauenswürdigen Informationsmanagements …….…...……………...…….. 869
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Michael Adelmeyer, Jan Heinrich Beinke, Marc Walterbusch, Ricardo Ramos Gameiro, Peter König, Frank Teuteberg Eye-Tracking zur Untersuchung von Vertrauenssignalen auf Webseiten von Cloud Computing-Anbietern ……………………………...…………………… 883
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Hochschule 2026
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Ulrike Lucke, Markus von der Heyde, Wolfgang Meyer Hochschule 2026 ……………………...…...………...………………………… 899
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Sebastian Herwig, Stefan Schlattmann Eine wirtschaftsinformatische Standortbestimmung von Forschungsinformationssystemen ……………...…………………...……………………… 901
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Gunnar Auth, Steffen Künstler Erfolgsfaktoren für die Einführung integrierter Campus-Management-Systeme – eine vergleichende Literaturanalyse mit praxisbezogener Evaluation …....… 915
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Ingo Hengstebeck, Sarah Grzemski Neue Wege des Kundensupports im IT-ServiceDesk des IT Centers der RWTH Aachen University ……...………………………...….………………………… 933
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Jannica Budde, Gudrun Oevel Innovationsmanagement an Hochschulen: Maßnahmen zur Unterstützung der Digitalisierung von Studium und Lehre ….……………….…………………… 947
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Christoph Igel, Ansgar Baums, Marc Göcks, Martin Haag, Bernd Krämer, Stephan Pfisterer, Siegfried Stiehl, Guido Wirtz, Volker Zimmermann, Jens Mühlner Intelligente Bildungs- und Hochschulnetze in Deutschland - Wo stehen wir in 2016? Was ist zu tun bis 2020? ……...……...……………………….………… 961
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Kai Dornseiff, Yvonne Groening, Stephan Kassanke Gelebte Kooperationsformen zwischen Hochschulen – Möglichkeiten der Ausgestaltung kritischer Erfolgsfaktoren anhand von Praxisbeispielen …....… 967
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Fritz Rose, Dirk Bernds, Michael Gassert, Folke-Gert Stümpel, Ulrike Lucke Integration von Lösungen für das Bewerbungsmanagement mit Job-Portalen und beruflichen Netzwerken ……....…...……………………………….……… 981
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Digitalisierung in Lehre und Lernen: des Kaisers neue Kleider?!
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Sarah Sahl, Alke Martens Digitalisierung in Lehre und Lernen: des Kaisers neue Kleider?! ….........……
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Sarah Freytag, Sarah Sahl, Birger Lantow, Alke Martens Vorgehensmodelle für die Konzeption digitaler Lehr-Lern-Angebote: Theoretisches Gerüst oder praktische Hilfe? ……...………...……...…….……
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Robin Nicolay, Bastian Schwennigcke, Sarah Sahl, Alke Martens Visualisierung konzeptuellen Lernens durch semantische Vernetzung sequenzieller Lehrinhalte ……………………………..…...…...………………
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Agnes Koschmider, Detlef Buschfeld Shifting the Process of Exam Preparation Towards Active Learning: A Crowdsourcing Based Approach …....………………………….……………
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999 1001 1009 1017
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Vorlesung – Quo Vadis? Lehre an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik
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Clemens Cap, Robin Nicolay Vorlesung – Quo Vadis? Lehre an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik ……...………………………………………………..…...……………
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1025
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Christopher Könitz, Jakob Diel, Jürgen Cleve Lab 360. Interaktive Lernräume zur Verbesserung der Qualität der Lehre an der Hochschule Wismar ……...…………………...……...………...……..……
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1027
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Tariqul Islam, Philipp Jäcks, Clemens H. Cap Multiscript – an online student-teacher collaboration platform for classroom lectures ……...…………………………………………………...………..……
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1033
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Iris Braun, Felix Kapp, Tenshi Hara, Frank Siegert SMART Lecture - die technologiegestützte Neuausrichtung der Vorlesung hin zu einer interaktiven Lernumgebung für selbstreguliertes Lernen ….…………
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1041
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SAG WAS Studentische AusbildunG und berufliche Weiterbildung in Allgemeinen Schlüsselqualifikationen
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Karin Vosseberg SAG WAS – Studentische AusbildunG und berufliche Weiterbildung in Allgemeinen Schlüsselqualifikationen ……….……………………...….………
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1053
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Yvonne Sedelmaier, Dieter Landes Schlüsselqualifikationen in der Ausbildung des Software Engineering – ein Dilemma und ein möglicher Ausweg ……...……………….………..…………
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1055
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Veronika Thurner, Axel Böttcher, Kathrin Schlierkamp, Daniela Zehetmeier Nerd++ – Vermitteln von Schlüsselkompetenzen an angehende Softwerker/innen ………………………………………………...….………….
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21 1059
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Teilhabe an der allgegenwärtigen Kommunikation
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Henning Lübbecke Teilhabe an der allgemeinen Kommunikation ……...……………...……..……
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Taisiia Makarova, Andreas Mladenow, Christine Strauss Barrierefreiheit im Internet und Suchmaschinenranking – eine empirische Untersuchung ……...…………...…………………………………...…….……
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Nicole Najemnik, Isabel Zorn Digitale Teilhabe statt Doing Disability: Assistive Technologien für inklusive Medienbildung im Kindergarten ……………..………………………...………
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Gottfried Zimmermann, Mareen Gutscher, Jonas Häfele, Lena Krächan, Damaris Rothfuß, Hina Marquart, Hermann Frank Barrierefreie Kommunikation beim Paritätischen Wohlfahrtsverband …...…...
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Dieter Meiller, Karlheinz Müller, Hildegard Legat, Bernd Gerlang Barrierefreiheit im Web für Bildungseinrichtungen …….......………....………
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Petra Gröber Zufriedenheit blinder Nutzer mit Zugangsmethoden zu Sozialen Netzwerken: eine theoretische Modellentwicklung ……....……………………...…...………
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Svetlana Matiouk Re-imagining Deafness as a Resource for Design ……...………………...……
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Arne Berger, Andreas Bischof, Kevin Lefeuvre, Albrecht Kurze, Michael Storz, Sören Totzauer Loaded Dice: Ein Co-Design Werkzeug zum Entwerfen mit blinden und sehbehinderten Partizipanten im IoT ……...……………………………...……
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Mathias Haimerl Interferenzmessung auf Bildschirmen zur Revision überholter Grenzwerte für photosensitive Epilepsie ……….……………………………………….………
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1067 1071 1087 1097 1105 1109 1119
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1131 1137
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Workshop Informatik-Begeisterung 2016
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Judith Michael, Ingo Scholtes Workshop: Informatik-Begeisterung 2016 ……...………………………...…… 1147
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Wolfgang Pohl BWINF: Informatik mit Begeisterung entdecken ……...…..……………...…… 1149
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22
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Lena Winter, Sebastian Schäfer, Michael Gauß Das Science Camp Informatik – hier können Mädchen Informatik neu erleben
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Claudia Steinberger INFORMATIK – wie geil ist denn das! ……...………...…….…………………
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Alexander Best, Uwe Thierschmann Erste Erfahrungen beim Einsatz von Unterrichtsbausteinen zur kooperativen Entwicklung und Erprobung von Informatikstunden an Grundschulen …….…
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Johann Stockinger, Gerald Futschek Informatisches Denken in der Primarstufe: die Wiener Zauberschule der Informatik (WIZIK) ……...…………………………………………......………
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Peter Micheuz Anmerkungen zu einem begeisternden Informatikunterricht ………..…...……
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Niklas Kühl, Jonas Lehner Programming for Refugees – An Active Learning Approach for Teaching Java to Heterogeneous Groups ……………..……………………………………….
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Stefan Pasterk, Heike Demarle-Meusel, Barbara Sabitzer, Andreas Bollin Informatik-Werkstatt: Entwicklungen und Erfahrungen einer Lern- und Lehrwerkstatt für Informatik ………………………………………………...…
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Bernhard Löwenstein Initiative IFIT – Den Nachwuchs für IT und Technik begeistern! ………..……
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Thorsten Schoormann, Dennis Behrens, Ralf Knackstedt Das Hildesheimer Denkwerk-Projekt – Schülerinnen und Schüler modellieren und analysieren Geschäftsprozesse …………………………………....………
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Daniel Fett, Guido Schmitz Pi and More —Eine Veranstaltungsreihe rund um “kleine Computer” …….…
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Alois Bachinger, Anton J. Knierzinger FROM SKETCH TO SCRATCH - schrittweise zu „computational thinking“ geführt werden …….………………………………...…………………………
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Tanja Tomitsch, Thomas Aschinger Begeisterung für Robotik – ein ganzheitlicher Ansatz der (Hoch-)Begabtenförderung mittels Blended-Learning am Beispiel des Talentehauses NÖ ……..
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1153 1157 1161 1165 1169 1175 1179 1185 1189 1195 1197 1203
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Umweltinformatik zwischen Nachhaltigkeit und Wandel (UINW 2016)
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Stefan Naumann, Kristina Voigt 4. Workshop: Umweltinformatik zwischen Nachhaltigkeit und Wandel (UINW 2016) ……………………………………………………………………….…..
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1211
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Maik Günther, Michael Schimpf Auswirkungen von Energieeinsparungen auf den Gasbedarf und den Gaspreis in Deutschland bis 2040 …………………………………………...………...…
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Dominik Schöner, Richard Pump, Christian Schmicke, Jan P. Minnrich, Henrik Rüscher, Volker Ahlers, Arne Koschel IT-Unterstützung von BHKW-Prüfständen in der angewandten Forschung …..
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Stefan Naumann, Andrea Christian, Christoph Göttert, Klaus-Uwe Gollmer, Rainer Michels, Stefan Rüffler Energieeinsparungen im Gebäudebetrieb durch visualisiertes Feedback an Nutzer: Datenerfassung und Datenvisualisierung in Nicht-Wohngebäuden ..…
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Andrej Matusevicus, Volker Wohlgemuth Konzeptionierung einer Webanwendung zur Beurteilung von Stoff- und Energieströmen am Beispiel des Industrie- und Gewerbestandortes BerlinSchöneweide ………………………………………………………….......…….
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Maximilian Schneider, Volker Wohlgemuth MOPS - Mobile Unterstützung eines prozessorientierten Stoffstrommanagements in KMU …………………………………………….…..…....…..
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Hans-Knud Arndt Der Eingabestift – Mode oder ein nachhaltiges Bedienkonzept? ……......…….
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Eva Kern The Development of an Eco-Label for Software Products – a Transdisciplinary Process? ………………………………...…..………..……...……
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23 1213 1227
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1239
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1251 1263 1273 1285
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IT und Dienstleistungen für die Energiewende und Elektromobilität (IDEE)
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Gerhard Satzger, Daniel Beverungen, Martin Matzner, Carola Stryja IT und Dienstleistungen für die Energiewende und die Elektromobilität (IDEE 2016) …………………………………………..……….………………...…….
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1299
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Dennis Behrens, Thorsten Schoormann, Ralf Knackstedt Datensets für Demand-Side-Management – Literatur-Review-Basierte Analyse und Forschungsagenda ………..……………………....……………………….
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1301
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Erik Kolek, Britta Reinecke, Olexander Filevych Erfolg innovativer E-Carsharing-Geschäftsmodelle – E-CarsharingGeschäftsmodell-, Elektromobilitäts- und Carsharing-Akzeptanz im öffentlichen Hochschulsektor …………………………...……….………….….
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1317
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Thorsten Schoormann, Dennis Behrens, Ralf Knackstedt Softwaregestützte Modellierung von Geschäftsmodellen – Vergleich und Weiterentwicklungsperspektiven am Beispiel der Business Model Canvas …....
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1333
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24
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Franz Lambrecht, Carsten Sommer Konzepte für Mietertickets zur Verknüpfung von Wohnen und Verkehr ……….
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Niklas Kühl, Marc Goutier ”Need Tweets”: New Insights about Customer Needs from Micro Blog Data in the Field of E-mobility ……………………………………………...……….
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1349 1363
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ICT-based Interventions for Water and Heat Energy Conservation
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Thorsten Staake, Anna Kupfer ICT-based Interventions for Water and Heat Energy Conservation …….……. 1379
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Ilya Kozlovskiy, Samuel Schöb, Mariya Sodenkamp Non-intrusive disaggregation of water consumption data in a residential household ………………...………………...…………………………….…….
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1381
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Liliane Ableitner, Samuel Schöb, Verena Tiefenbeck Digitalization of Consumer Behavior – A Descriptive Analysis of Energy Use in the Shower ………………….…………………..………………………...….
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1389
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Liliane Ableitner, Samuel Schöb, Verena Tiefenbeck Quantifying the Potential of Voluntary Energy Efficiency Measures: The Case of Flow Restrictors ………………………...…...……………………...…
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1399
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Anja Peters, Daniel Hanss, Christian Sartorius Determinants of adopting technological feedback devices and water conservation behaviors ……………………………….....…………………..…
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1407
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Industrie 4.0 – Wünschenswertes, Machbares und Grenzen für Technik, Wirtschaft und Mensch
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Detlev Buchholz Industrie 4.0 – Wünschenswertes, Machbares und Grenzen für Technik, Wirtschaft und Mensch …….……..……………………………………………
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1413
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Detlev Buchholz Industrie 4.0 und der Mensch ……..…………………...……………………… 1415
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Thuy Duong Oesterreich, Frank Teuteberg Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Bauindustrie im Kontext von Industrie 4.0 – Situationsanalyse und Zieldefinition im Zuge einer Technikfolgenabschätzung ………...………………………..….………………
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1429
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Kathrin Schwinghammer, Ricardo Buettner Industrie 4.0-Readiness: Eine empirische Fallstudie in der Automobilproduktion ………………..…………………………….……………....………
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1445
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Jürgen Ensthaler, Martin S. Haase Industrie 4.0 – Datenhoheit und Datenschutz ………...……………..…………
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Herbert Jodlbauer, Michael Schagerl Reifegradmodell Industrie 4.0 - Ein Vorgehensmodell zur Identifikation von Industrie 4.0 Potentialen ………………………………...…………….…….…
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25 1459 1473
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14. Workshop Automotive Software Engineering
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Marcel Baunach, Leandro B. Ribeiro 14. Workshop Automotive Software Engineering …………......……………….
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Marcus Mikulcak, Thomas Göthel, Paula Herber, Sabine Glesner Towards Identifying Spurious Paths in Combined Simulink/Stateflow Models
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Jürgen Wurzinger, Peter Priller, Aleš Kolar, Markus Nager Real World Evaluation of a Novel Security Testing Environment for Vehicular Control Units via CAN Networks ………………………………………...…….
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Martin Beckmann, Aaron Schlutter Automatische Duplikateliminierung in Aktivitätsdiagrammen von Fahrzeugfunktionen ………………………………………………………..…….....…….
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Jonas Winkler Automatische Klassifikation von Anforderungen zur Unterstützung von Qualitätssicherungsprozessen ……………………………...……...…..……….
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Natalia Ogulenko, Sören Frey, Jens Nahm, Manfred Rössle Cloud-Basierte Optimierung von Fahrzeugbetriebsstrategien durch Clustering mit Genetischen Algorithmen ……………………..……………………...…….
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Peter Brungs, Marcel Baunach Einsatz von dynamisch rekonfigurierbaren FPGAs in Fahrzeugen ….…...…...
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Andreas Richter, Michael Scholz Systematische und effiziente Erhebung hochgenauer Straßengeodaten für Geoinformationssysteme und Fahrsimulationen ……………………...……….
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Sabrina Heppner, Marius Dransfeld, Gitta Domik Adding Atmospheric Scattering and Transparency to a Deferred Rendering Pipeline for Camera Based ADAS Tests …………………….………...……….
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1491 1495 1509 1523 1537 1551 1565 1579 1591
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Additive Fertigung/3D Druck – Technologie, Auswirkungen und Chancen
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Felix Baumann, Dieter Roller Additive Fertigung/3D Druck – Technologie, Auswirkungen und Chancen ...... 1607
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26
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Felix Baumann, Oliver Kopp, Dieter Roller Universal API for 3D Printers ………..…………………………………...…...
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Christoph Hochreiner, Philipp Waibel, Michael Borkowski Bridging Gaps in Cloud Manufacturing with 3D Printing …………...…...…...
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Nils Darwin Abele, Sven Hoffmann, Christopher Kuhnhen, Thomas Ludwig, Walter Schäfer, Marcus Schweitzer, Volker Wulf Supporting the Set-up Processes by Cyber Elements based on the Example of Tube Bending ………………………...………………………………………...
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Jessica Mihalyi, Anne-Kathrin Müller The custom-made body – Legal aspects of bioprinted tissue and organs ……...
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Oliver Stickel, Volkmar Pipek Infrastructuring & Digital Fabrication …………...…………………………...
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1611 1623
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1627 1637 1649
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Der Arbeitsplatz der Zukunft
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Jan Haase, Gerhard Leitner, Daniel Versick, Raphael Zender Perspektiven des Arbeitsplatzes der Zukunft ………..………….…………...…
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Anton Josef Fercher, Gerhard Leitner Das eigene Zuhause als Arbeitsumgebung - Augmented Reality zur Konfiguration und Steuerung im Smart Home ………...………..…………...…
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Jan Haase, Dominik Meyer New Trends in Building Automation for Offices of the Future ….…...……...…
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Hauke Coltzau Integration von User Privacy Mechanismen in clientseitige Standardbibliotheken …………...………………………………………..........…………
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Lilian Schröder, Aljoscha Pörtner, Matthias König, Martin Hoffmann Überlegungen zu Multi-Sensor-Aktor-Systemen und Kontrolle in intelligenten Arbeitsumgebungen ………………………………..………………………...…
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Sarah Brauns, Tobias Käfer, Dirk Koriath, Andreas Harth Individualisiertes Gruppentraining mit Datenbrillen für die Produktion …..…
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Benedikt Zobel, Lisa Berkemeier, Sebastian Werning, Oliver Thomas Augmented Reality am Arbeitsplatz der Zukunft: Ein Usability-Framework für Smart Glasses …………………………………...............…………………...…
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1655 1663 1677 1691 1699 1713 1727
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IT-Unterstützung in Emergency Management & Response (ITRettung)
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Jens Pottebaum, Christian Erfurth IT-Unterstützung in Emergency Management & Response (IT-Rettung) …....... 1743
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Michael Klafft, Maurice Said, Susan Anson, Hayley Watson, Amanda Hughes, Eridy Lukau Challenges in Designing and Distributing a Not For Profit First Aid App Worldwide …………………………….………………….…………………….
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Christian Reuter, Gordian Geilen, Robin Gellert Sicherheit vs. Privatsphäre: Zur Akzeptanz von Überwachung in sozialen Medien im Kontext von Terrorkrisen ……….…………......………………...…
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B. Barth, M.A. Marchitti, J. Mulero Chaves, U. Raape, C. Strobl, M. Borràs, O. Vilalta, H. Ballart, J. Vendrell, N. Prat, M. Mendes, T. Ladoire, G. Gardikis, S. Pantazis, S. Costicoglou, K. Jäckel, W. van Setten An Open Service Platform for Multi-Hazard in Action – the PHAROS Pilot Demonstration ……….……………………………...……………….…………
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Christian Raffelsberger, Martina Umlauft, Andreas Kercek, Alexander Almer, Thomas Schnabel, Patrick Luley Flexible Kommunikations- und Informationslösungen für eine optimierte Einsatzführung von Interventionskräften ……………...….……………………
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Christian Reuter, Christoph Amelunxen, Matthias Moi Semi-Automatic Alerts and Notifications for Emergency Services based on Cross-Platform Social Media Data –Evaluation of a Prototype ……....………
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27 1745 1759
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1775 1791 1805
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Softwarearchitekturen und –entwicklung für Smartwatch und Wearable Apps
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Klemens Waldhör, Rainer Lutze Vorwort: Softwarearchitekturen und –entwicklung für Smartwatch und Wearable Apps …………...………………………………………...…………..
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1821
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Diethelm Bienhaus Smartwatch und Wearables im Gesundheitsbereich: Grundlagen und Anwendungen ……………...……………………………………….…………..
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1825
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Roman Englert, Jörg Muschiol An Extendible Communication as a Service Platform for Wearables and Future-Oriented Devices …...…………………………………………………..
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1837
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Manuel Guttenberger, Klemens Waldhör xHealth: Eine MQTT und REST basierte Architektur zum Zugriff auf Sensordaten smarter Objekte …...…………………………………...………...…..…..
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1851
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Rainer Lutze, Klemens Waldhör The Application Architecture of Smartwatch Apps – Analysis, Principles of Design and Organization ………...…………………………………...………..
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1865
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28
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Christian Märtin, Christian Herdin, Sanim Rashid Situationsbewusste, patternbasierte Adaption interaktiver Anwendungen durch Auswertung von Emotions- und Biosignal-Daten ……..……....………..
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1879
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Seminare, Symposia, Gespräche
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Jens-Martin Loebel, Agata Królikowski Symposium des Fachbereichs Informatik und Gesellschaft .…...……………… 1887
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Georg Heidenreich Software as a Medical Device - ein Seminar mit Fallbeispielen zum Mitdiskutieren und Mitarbeiten ...………..……………………..……….…………
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1891
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Günter Koch Von der Messbarkeit des Wissens - Versuch und Irrtum auf dem Weg in die Wissensgesellschaft ………………………………..…...………………………
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1897
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Tutorien
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Hans-Georg Fill Semantic-based Modeling for Information Systems using the SeMFIS Platform
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Michael Fothe Informatik hat Geschichte! …..……………...………………………………….
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Volker Skwarek, Thorsten Kistler, Mark Rawer, Stefan Schauer IoT und Sensornetzwerke: Entwurf und Programmierung von Niedrigstenergiesystemen anhand einer Metaarchitektur ...………...……………….…..
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Markus Endres, Andreas Pfandler Unsere Empfehlung für Sie: Präferenzen und Personalisierung in der Informatik ………………………………………...…………………………….
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Markus Lepper, Baltasar Trancón y Widemann D2d —Kreatives Schreiben von XML-codierten Texten …….…………………
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Harry M. Sneed Planung von Migrationsprojekten ...………………………..……….…………
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1901 1909
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1917
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1927 1935 1941
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Doktoranden-Symposium
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Ernst Denert, Mathias Lux, Stefan Wagner Doktoranden–Symposium der Informatik 2016 ……………...……...…....…… 1949
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Sebastian Bayerl Managing Distributed Statistical Data in the Semantic Web …...…...………... 1951
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Timm Caporale Geschäftsprozessmodellierung mit kontrollierter natürlicher Sprache ...…...…
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Michael Grunwald, Matthias O. Franz Wahrnehmungsorientierte optische Inspektion von texturierten Oberflächen ...
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Daniel Hallmann, Ute Schmid, Rüdiger von der Weth Gemeinsame mentale Modelle in der agilen Softwareentwicklung: Ein Ansatz zur Erstellung von Gestaltungsempfehlungen für „gute“ erfahrungsspezifische User Stories …..…………………………………………...……………………
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Oliver Knodel Virtualisierung rekonfigurierbarer Hardware zur Steigerung der Rechenleistung und Sicherheit in einer flexiblen Cloud-Architektur …...…...…
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Jonas Lehner Personal BPM – Anwenderorientierte Prozessmodellierung durch persönliches Workflow Management ………...……………………..………….
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Franziska Marx Adaptive Informationsvisualisierung: Der Einsatz von Machine-Learning zur Entscheidungsunterstützung …………………………...……………...……….
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Benjamin Saul Domänenspezifische Vorabanalyse und geschickte Generierung von Optimierungsproblemen ……………..………...……….……………………...
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Nicolai Spicher Cardiac activity measurement from video signals of the human skin in ultrahigh-field magnetic resonance imaging ……...………………………..……….
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Maciej Sumalvico Statistisches Lernen wortbasierter Morphologie ..…...…………...……………
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Malte Wattenberg Bestimmung von Erfolgsfaktoren der Unternehmenskommunikation von KMU auf Facebook: Design und Zwischenergebnisse eines Multimethoden-Ansatzes
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Matthäus Zloch Methods for Automatic Selection of Database Systems for Optimized Query Performance ………………………………………...…………......…...………
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29 1957 1963
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1969 1975 1981 1987 1993 1999 2005 2011 2019
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Studierendenkonferenz Informatik 2016 (SKILL 2016)
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Michael Becker, Agnes Koschmider, Judith Michael, Thomas Riechert Studierendenkonferenz Informatik 2016 (SKILL 2016) ……...………………... 2027
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Tom Standfuß Das Ende der Miniaturisierung ………………………...……………………... 2029
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30
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Sigurd Sippel Domain-specific recommendation based on deep understanding of text …...…
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Philipp Samfaß, Raphael Schaller A Parallel Non-Hydrostatic Shallow Water Model on Adaptive Triangular Meshes in sam(oa)2 ………………...……………………………….………….
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Felix Knispel Überführung von arithmetischen Ausdrücken in ein normalisiertes Polynom mittels Baumtransformation ………...………………………………………….
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Rémi Mabon Sigreturn Oriented Programming is a real Threat ………...…………………..
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Isabel Hagen Nutzerzentrierte Konzeption, Entwicklung und Evaluation: Informatik beGreifen - Schülerinnen und Schüler mit Lego Mindstorms und Raspberry Pi für die Informatik begeistern ………………………...…………….….……….
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Patrick Kuhn, Sven Mischkewitz, Nico Ring, Fabian Windheuser Type Inference on Wikipedia List Pages ……………………………………..
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Franziska Lehmann new/s/leak - Anforderungsanalyse einer interaktiven Visualisierung für DataDriven Journalism ……………………………………………...………...……
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Christoph Dobler µ-Force Control - A Device for Controlling Power Wheelchairs for Severely Mobility Impaired Persons ……………..………………………….…………..
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Harry Schilling Twistor – Simulation des Twitterstroms für Evaluationszwecke …..…..………
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Felix Konstantin Maurer A survey on approaches to anonymity in Bitcoin and other cryptocurrencies ...
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Dennis Schmidt Ein Eclipse-Plugin zur kontrollierten Schema-Evolution im NoSQL Datenbanksystem MongoDB …...…………………...………………………….
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Le Hoang Thanh A Learning Algorithm Based on λ-Policy Iteration and Its Application to the Video Game ”Tetris Attack” ……...…………………….……………………...
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Paul Jähne Overview of the current state of research on parallelisation of evolutionary algorithms on graphic cards ………...…………………………….…………...
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2041 2053 2065 2077
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2089 2101 2113 2127 2133 2145 2151 2157 2163
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Carsten Rudolph Recent Developments in Example-based Texture Synthesis for Graphics Rendering ……………………………...………………………..……………...
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Jan-Patrick Lehr Counting Performance: Hardware Performance Counter and Compiler Instrumentation ………………...…………………………………..…………..
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Christoph Klemenjak, Peter Goldsborough Non-Intrusive Load Monitoring: A Review and Outlook ……...……………….
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Sebastian Niehaus Ein Ansatz zur Einführung von Complex Event Processing zum workfloworientierten Software-Monitoring ……...…………………...………….………
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31 2175 2187 2199 2211
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32
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33
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Hauptvorträge
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34
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 35
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From model checking to equilibrium checking
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Michael Wooldridge1
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Abstract
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Equilibrium checking is concerned with establishing whether a given temporal logic formula φ is satisfied in some or all equilibrium computations of a multi-agent system – that is, whether the system will exhibit the behaviour φ under the assumption that agents within the system act rationally in pursuit of their preferences. After motivating and introducing the framework of equilibrium checking, we present formal models through which rational verification can be studied, and survey the complexity of key decision problems. We give an overview of a prototype software tool for rational verification, and conclude with a discussion and related work.
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Michael Wooldridge is a Professor in the Department of Computer Science at the University of Oxford. He has been active in multi-agent systems research since 1989, and has published over three hundred articles in the area. His main interests are in the use of formal methods for reasoning about autonomous agents and multi-agent systems. Wooldridge is an ACM Fellow, a AAAI Fellow, an ECCAI Fellow, and a member of Academia Europaea. He was the recipient of the ACM Autonomous Agents Research Award in 2006.
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1 University of Oxford, Department of Computer Science, mjw@cs.ox.ac.uk
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36 Michael Wooldridge
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 37
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Artificial Intelligence at the Gates of Dawn?
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Thomas Eiter1
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Abstract
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In recent years, there have been significant achievements in different areas of Artificial Intelligence (AI) which made it to the headlines. After Deep Blue was the first computer program winning against a ruling world champion of chess in 1997, which was a milestone in the history of AI, the Mars Rover missions started in the early 2000s for which intelligent autonomous planning and control is instrumental. The DARPA challenges in 2004 and 2005 have stimulated intensive research on autonomous vehicles, and due to efforts by global players like Apple and Google in cooperation with car industry, encountering such vehicles on the road appears to be realistic in the near future. On another end, IBM's Watson victory over Jeopardy champions in 2011, and the most recent defeat of top Go players in 2015 and 2016 by Alpha-Go, a computer program by Google's DeepMind company, are further milestones in the history of AI, which are based on novel use of search and deep learning techniques.
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Fueled by this and many success stories in other application areas, e.g. in speech recognition and robotics, there is a hype about Artificial Intelligence these days. A lot is written in the press, and concerns about emerging super-intelligence have been uttered by prominent people, in fear of the "technological singularity" that the intellectual power of machines will surpass the one of humans, which they see as a threat to humanity. Less apocalyptic yet still serious are worries about the effects of AI on employment. Whether AI will end jobs has been raised in a number of articles and has been discussed by leading economists and AI researchers at the World Economic Forum.
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This talk reviews some of the issues above and emphasizes that despite the recent achievements and advances in the state of the art, there is still a number of issues that, from a cognitive perspective, are not resolved yet, among them understanding of the mind, deeper real world reasoning, natural language understanding, philosophical aspects, and ethical or emotional aspects, to mention a few.
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Specifically, we will look at recent results, trends and issues in knowledge representation and reasoning, with a focus on declarative problem solving. Arguably deep and complex reasoning is a key feature of intelligence, but current capabilities, let alone for superintelligence, are still limited. Nonetheless, advances in computational logic have led to technology such as description logics, constraint programming, SAT/SMT and Answer Set Programming that offers tools for solving important problems in a range of
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1 Technische Universität Wien, Institute of Information Systems, eiter@kr.tuwien.ac.at
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38 Thomas Eiter
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applications, where logic-based reasoning is at the core, with more to come.
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Thomas Eiter is Professor of Knowledge-Based Systems in the Faculty of Informatics at Technische Universität Wien, Austria, since 1998. He worked in different fields of Computer Science and Artificial Intelligence, but his main area is knowledge representation and reasoning, where he has been active since the 1990s and published extensively.
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His current interests are declarative problem solving and computational reasoning methods.
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Eiter has been serving on many editorial boards, steering bodies, and program committees (e.g. chairing KI 2001 and KR 2014). He is an EurAI (formerly ECCAI) Fellow (2006) and a Corresponding Member of the Austrian Academy of Sciences (2007).
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 39
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Security demands and attempts in the new digital world
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Hanns-Thomas Kopf1
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Zusammenfassung
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Cyber-Kriminalität bzw. Cyber-Attacken auf Personen, Unternehmen, kritische Infrastrukturen bis hin zu Staaten werden zu neuen Waffen unserer Zivilisation. Terror ist eine allgegenwärtige Bedrohung unserer Zeit. Kein Tag vergeht, an dem man nicht in der Berichterstattung darauf stößt und damit konfrontiert ist. Mobile Kommunikationstechnologien und deren flächendeckende Verbreitung führen darüber hinaus zu geänderten Bedrohungen und Herausforderungen für die Sicherheit von Personen, Unternehmen und Infrastrukturen.
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Anderseits haben sich jedoch auch die technischen Möglichkeiten, sich gegen diese neue Bedrohungen zu stemmen, mittlerweile mannigfaltig und vielversprechend entwickelt. Die zur Verfügung stehende Technologie - etwa im Umfeld der Communication Intelligence - ist in vielen Bereichen einsetzbar, um Risiken zu minimieren bzw. im Ernstfall Angriffe abzuwehren.
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Aber wie können neue Technologien tatsächlich unterstützen? Wie genau tragen sie zur Sicherheit der Zivilbevölkerung bei? Welche Einsatzmöglichkeiten haben einzelne Länder? Wie steht Europa im internationalen Vergleich da? Welchen Platz nimmt die europäische Forschung zum Thema Sicherheit im globalen Vergleich ein? Sind wir Vorreiter oder Nachzügler?
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Hanns-Thomas Kopf studierte an der Universität Wien, an der Friedrich Alexander Universität in Erlangen und an der Babson University Boston - Wellesley (Massachusetts). Internationales Recht hat er mit dem Master of Law in Innsbruck abgeschlossen. Weitere Studien des internationalen Rechts an der Paneuropa Universität.
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In den neunziger Jahren leitete er 10 Jahre lang Marketing von Siemens Nixdorf Informationssysteme in Österreich. Mitte der neunziger Jahre übernahm er die Verantwortung für das Südosteuropageschäft der damaligen Siemens Nixdorf. In der Siemens Business Services Ges.m.b.H. & Co wurde Hanns-Thomas Kopf im Jahr 2004 in die Geschäftsführung berufen. Als Country Manager für Österreich und die
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1 Generaldirektor Atos IT Solutions and Services GmbH und CEO Atos Central and Eastern Europe, austria.at@atos.net
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40 Hanns-Thomas Kopf
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südosteuropäischen Länder war er bis 2010 als Chief Operation Officer für Siemens IT Solutions and Services CEE verantwortlich.
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Die Berufung zum Chief Executive Officer für Siemens IT Solutions and Services CEE erfolgte zum 1. Juni 2010. Hanns-Thomas Kopf wurde im Juli 2011 zum Generaldirektor der Atos Gruppe Österreich bestellt und auch in der CEO-Funktion der Atos IT Solutions and Services in Central Eastern Europe bestätigt. Seit 2011 ist Kopf Mitglied im Executive Committee der Atos SE in Paris. Im Jahr 2013 wurde auch die Verantwortung für die Länder Italien und Schweiz in die österreichische Verantwortung übertragen. Derzeit hat Kopf zwölf Organschaften bzw. Aufsichtsmandate.
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Hanns-Thomas Kopf ist neben seiner Managementtätigkeit auch laufend Vortragender an österreichischen Universitäten und hat zwei Publikationen zu den Themen Vergaberecht und der rechtlichen Rahmenbedingungen der Energiemarktliberalisierung veröffentlicht.
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Im Jahr 2011 wurde Hanns-Thomas Kopf in den Vorstand der Industriellenvereinigung Wien gewählt. Im Jahr 2014 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 41
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Software verstehen, zerstören, schützen mit automatischen Software-Modellen
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Andreas Zeller1
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Zusammenfassung
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Modelle und Spezifikationen sind die Grundlage jeder vernünftigen SoftwareEntwicklung. Was aber, wenn man Modelle und Spezifikationen aus bestehenden Programmen ableiten könnte? Unsere aktuellen Arbeiten nehmen ein Programm und einige Beispieleingaben und leiten automatisch Grammatiken ab, die Eingabe- und Ausgabeformat beschreiben. So kann unser AUTOGRAM-System etwa für die JavaURL-Klasse aus den folgenden Beispiel-URLs
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http://user:password@www.google.com:80/command? foo=bar&lorem=ipsum#fragment
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http://www.guardian.co.uk/sports/worldcup#results ftp://bob:12345@ftp.example.com/oss/debian7.iso
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diese Eingabegrammatik ableiten, die recht anschaulich die Struktur der URL erfasst:
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URL ::= PROTOCOL ’://’ AUTHORITY PATH [’?’ QUERY] [’#’ REF] AUTHORITY ::= [USERINFO ’@’] HOST [’:’ PORT] PROTOCOL ::= ’http’ | ’ftp’ USERINFO ::= /[a-z]+/ ’:’ /[a-z]+/ HOST ::= /[a-z.]+/ PORT ::= ’80’• PATH ::= /\/[a-z0-9.]*/• QUERY ::= ’foo=bar&lorem=ipsum’ REF ::= /[a-z]+/
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Wir erzeugen diese Grammatiken, indem wir den dynamischen Datenfluss eines jeden Zeichens verfolgen, und Zeichen, die in die gleiche Funktion oder Variable fließen, zu syntaktischen Einheiten zusammenfassen – die wir auch nach dem Funktions- oder Variablennamen benennen können. Da etwa „http“ und „ftp“ in eine Variable namens „protocol“ fließen, können wir direkt die entsprechende Regel ableiten. Dies sorgt für sehr lesbare Grammatiken, wie die obige unbearbeitete Rohausgabe unseres AUTOGRAM-Werkzeugs demonstriert.
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Grammatiken wie diese helfen unmittelbar, Datenformate zu verstehen. Sie ermöglichen vollautomatisches massives Sicherheitstesten auf einer Vielzahl von Systemen, indem sie die Produktion syntaktisch korrekter Eingaben unterstützen. Diese können so tief ins Programm vordringen, um dort Fehler zu finden – insbesondere Sicherheitslücken. Da
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1 Universität des Saarlandes, Saarbrücken, Lehrstuhl für Softwaretechnik, zeller@cs.uni-saarland.de
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42 Andreas Zeller
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sowohl das Lernen der Grammatik wie auch ihre Anwendung in der Testgenerierung vollautomatisch sind, ergeben sich hier viele neue Möglichkeiten – für Entwickler wie für Angreifer. Auf der anderen Seite ermöglichen erlernte Grammatiken aber auch Schutz vor illegalen Eingaben, indem nicht konforme Ein- oder Ausgaben abgeblockt werden – Techniken, die ich anhand konkreter Beispiele demonstriere.
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Besuchen Sie unsere Webseite, um mehr über unsere aktuellen Projekte zu erfahren:
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http://www.st.cs.uni-saarland.de/
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Andreas Zeller ist seit 2001 Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Seine Forschung beschäftigt sich mit der Analyse großer Software-Systeme und ihre Entwicklungsgeschichte. In 2010 wurde Zeller zum Fellow der ACM ernannt für seine Beiträge zur automatischen Fehlersuche und der Analyse von Software-Archiven, für die er auch jeweils mit einem 10-Jahres-Impact Award der ACM SIGSOFT und der ICSE ausgezeichnet wurde.
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Bereits 2012 hatten die Saarbrücker Holler, Herzig und Zeller das LANGFUZZ-System entwickelt, das Grammatik-basiert syntaktisch gültige Javascript-Eingaben für Webbrowser erzeugt. Bis heute hat LANGFUZZ als Teil der Firefox-Entwicklung mehr als 4000 Sicherheitslücken in Firefox aufgedeckt. Die aktuellen Arbeiten sind mit Matthias Höschele entstanden und werden aus einem ERC Advanced Grant für Arbeiten über Specification Mining und Testerzeugung gefördert.
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 43
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Forschung ohne Informatik – geht das?
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Andreas Reuter1
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Zusammenfassung
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Man könnte im klassischen Radio-Eriwan-Stil antworten: „Im Prinzip ja, aber …“ , und dann käme eine ziemlich lange Liste von Ausnahmen. Es ist ja unstreitig, dass von der Informatik entwickelte Werkzeuge in fast allen Wissenschaftsgebieten eingesetzt werden, sei es in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, in der Medizin, oder in zunehmendem Maße auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Nach einigen Studien entfallen in wissenschaftlichen Großprojekten mittlerweile 25 % - 50 % der Gesamtkosten über die Projektlaufzeit auf die Entwicklung der (projektspezifischen) Software-Werkzeuge. Kleinere Projekte sind teilweise so abhängig von Software-Tools, dass eine Erhöhung der Rechenzeitkosten die Projekt-Durchführung verhindern kann.
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Aber das sind nur die ökonomischen Aspekte. Aus methodischer Sicht ist festzustellen, dass Software-Werkzeuge „Experimente“ ermöglichen, die in der Realität nicht möglich wären; und dass sie die Analyse von Datenmengen erlauben, die anders nicht verarbeitet werden könnten. In diesen Aufzählungen ist aber immer von „Werkzeugen“ die Rede, wenn es um den Beitrag der Informatik geht.
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Heißt das, dass die Informatik „nur“ eine Hilfswissenschaft ist, die anderen Disziplinen ermöglicht, ihre Arbeiten schneller, besser, effektiver zu erledigen? Auch wenn das nicht grundsätzlich schlecht ist, muss man doch fragen, ob es über die Bereitstellung von Werkzeugen hinaus genuin „informatische“ Beiträge zum Methodenvorrat der „Computational Sciences“ gibt. Diese Frage diskutiert der Vortrag aus verschiedenen Perspektiven.
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Andreas Reuter ist wissenschaftlicher Leiter des „Heidelberg Laureate Forum“, Vorstand der HITS-Stiftung, Geschäftsführer der EML European Media Laboratory GmbH und Seniorprofessor der Universität Heidelberg. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Datenbanken, Transaktionssystemen sowie parallelen und verteilten Systemen. Gemeinsam mit Jim Gray veröffentlichte er 1992 das Buch „Transaction Processing: Concepts and Techniques“, ein Standardwerk für Forscher und Entwickler auf der ganzen Welt.
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Andreas Reuter promovierte 1981 an der TU Darmstadt und lehrte im Anschluss an der TU Kaiserslautern. Von 1983 bis 1984 war er Gastwissenschaftler am IBM Research
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1 HITS gGmbH, EML und Universität Heidelberg, andreas.reuter@h-its.org
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44 Andreas Reuter
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Lab in San Jose. Von 1985 bis 1997 war er C4-Professor an der Universität Stuttgart und Leiter der Forschungsgruppe für die Anwendung paralleler und verteilter Systeme. Er hatte eine Vielzahl akademischer Funktionen inne, u.a. war er Prorektor der Universität Stuttgart, Mit-Gründer, Dekan (ab 1998) und Vizepräsident (ab 2001) der International University in Germany mit Sitz in Bruchsal. Von 2006 bis 2011 hatte Andreas Reuter eine Stiftungsprofessur für „Verlässliche Systeme” an der TU Kaiserslautern. 2010 gründete er zusammen mit Klaus Tschira das Heidelberger Institut für Theoretische Studien (HITS).
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 45
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IoT, Industrie 4.0 und Big Data: Herausforderungen für die Informatik und die GI
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Peter Liggesmeyer1
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Zusammenfassung
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Deutschland hat eine „Digitale Agenda“ und einen „IT-Gipfel“. Wichtige aktuelle informatikbasierte Themen, die dringend mit öffentlicher Förderung bearbeitet werden müssen, sind identifiziert worden – z.B. Industrie 4.0. Das Bundesministerium, das sich in der Vergangenheit um den „traditionellen“ Verkehr gekümmert hat, verantwortet nun auch die Infrastruktur für den „digitalen“ Verkehr.
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Dessen ungeachtet ist eine kontinuierliche Zunahme an Cyber-Kriminalität zu beobachten, die „scheibchenweise“ an Dramatik gewinnt. Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, wo ihre Daten für welche Zwecke ausgewertet werden und ob daraus Nachteile für die eigene Person entstehen können.
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Aus Sicht der Gesellschaft für Informatik ist es natürlich zu begrüßen, dass die Bedeutung der Informatik als Schlüsseltechnologie zur Beherrschung dieser Probleme enorm ansteigt, und dies nun auch in der Bevölkerung und der Politik wahrgenommen wird. Aber es gibt eben auch viele Fragestellungen im Zusammenhang mit neuen Entwicklungen, zu denen zur Zeit noch keine zufriedenstellenden Antworten existieren. An dieser Stelle sieht sich die GI in der Pflicht, die Chancen und Risiken konstruktiv und kritisch, fachkompetent und neutral zu kommentieren und Empfehlungen auszusprechen. Wir gestalten unsere Zukunft aktiv mit.
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Der Vortrag analysiert wichtige Themen und hinterfragt insbesondere Standpunkte, die in der öffentlichen Diskussion vielleicht manchmal ein wenig zu oberflächlich behandelt wurden.
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Peter Liggesmeyer ist seit 2004 Professor für Software Engineering am Fachbereich Informatik der Technischen Universität Kaiserslautern und seit 2015 geschäftsführender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Kaiserslautern.
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Seine Forschungsinteressen sind Sicherheits- und Zuverlässigkeitsanalysetechniken für Cyber-Physical Systems und Verfahren zur umfassenden Sicherheitsanalyse (Security
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1 Technische Universität Kaiserslautern , Arbeitsgruppe Software Engineering: Dependability; Frauenhofer Institut für Experimentelles Software Engineering, peter.liggesmeyer@iese.fraunhofer.de
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46 Peter Liggesmeyer
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und Safety) für Smart Ecosystems, insbesondere in den Anwendungsgebieten Nutzfahrzeugtechnologie, Industrie 4.0 und „Smart Rural Areas“. Er ist an mehreren Patenten beteiligt.
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Seit 2014 ist Peter Liggesmeyer Präsident der GI, zuvor war er u.a. Vizepräsident und langjähriger Sprecher der Fachgruppe „Softwaretechnik“ sowie des Fachbereichs “Softwaretechnologie".
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Prof. Liggesmeyer ist Autor zahlreicher Fachartikel und verbreiteter Fachbücher, insbesondere des Standardwerks „Software-Qualität“ (2002, 2. Aufl. 2009). Darüber hinaus wirkt er regelmäßig in nationalen und internationalen Programmkomitees mit. Er war bzw. ist Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften und Mitglied einer Vielzahl von Beiräten und Steering Committees.
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 47
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Industrie 4.0 und zukünftige Arbeitswelten: Praxis und Vision von Infineon Technologies Austria
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Sabine Herlitschka1
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Zusammenfassung
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Der Schlüsselfaktor für wettbewerbsfähige Produktion in Europa ist das intelligente Nutzen des Wissens und daraus rasch zu lernen. Industrie 4.0 führt die reale und virtuelle Welt zusammen und ermöglicht bessere, schnellere und effizientere Produktion bei größerer Flexibilität. Dies wird insbesondere die Arbeitsplätze verändern und neue Herausforderungen an Teams stellen. Infineon Technologies Austria erarbeitet proaktiv Lösungen für die Arbeitswelt der Zukunft.
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Sabine Herlitschka is Chief Executive Officer and Chief Technology Officer of Infineon Technologies Austria. Her professional career includes industrial biotechnology research, international cooperation and financing in research, technology and innovation, Internships at leading organizations in the USA, Fulbright Scholar at George Washington University and Johns Hopkins University/School of Advanced International Studies, as well as founding Vice-Rector for Research Management and International Cooperation at the Medical University of Graz/Austria. Before joining Infineon Technologies Austria, Herlitschka was Director of the Division European and International Programmes in the Austrian Research Promotion Agency with responsibility for implementation of European & international Research and Technology Programmes, particularly the 7th EU Framework Programme in Austria. Herlitschka holds a Ph.D. in Food- and Biotechnology with Postdoc specialization in molecular biology and genetic engineering and an Master of Business Administration (MBA) in General Management.
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1 Vorstandsvorsitzende & CTO, Infineon Technologies Austria
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48 Sabine Herlitschka
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 49
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Towards Industrial Machine Intelligence
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Michael May1
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Abstract
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The next decade will see a deep transformation of industrial applications by big data analytics, machine learning and the internet of things. Industrial applications have a number of unique features, setting them apart from other domains. Central for many industrial applications in the internet of things is time series data generated by often hundreds or thousands of sensors at a high rate, e.g. by a turbine or a smart grid. In a first wave of applications this data is centrally collected and analyzed in Map-Reduce or streaming systems for condition monitoring, root cause analysis, or predictive maintenance. The next step is to shift from centralized analysis to distributed in-field or in situ analytics, e.g., in smart cities or smart grids. The final step will be a distributed, partially autonomous decision making and learning in massively distributed environments.
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In this talk, I give an overview on Siemens’ journey through this transformation, highlight early successes, products and prototypes and point out future challenges on the way towards machine intelligence. I also discuss architectural challenges for such systems from a Big Data point of view.
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Michael May is Head of the Technology Field Business Analytics & Monitoring at Siemens Corporate Technology, Munich, and responsible for eleven research groups in Europe, US, and Asia. Michael is driving research at Siemens in data analytics, machine learning and big data architectures. In the last two years he was responsible for creating the Sinalytics platform for Big Data applications across Siemens’ business.
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Before joining Siemens in 2013, Michael was Head of the Knowledge Discovery Department at the Fraunhofer Institute for Intelligent Analysis and Information Systems in Bonn, Germany. In cooperation with industry he developed Big Data Analytics applications in sectors ranging from telecommunication, automotive, and retail to finance and advertising.
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Between 2002 and 2009 Michael coordinated two Europe-wide Data Mining Research Networks (KDNet, KDubiq). He was local chair of ICML 2005, ILP 2005 and program chair of the ECML/PKDD Industrial Track 2015. Michael did his PhD on machine
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1 Leiter Business Analytics & Monitoring, Siemens Corporate Technology, München, may.michael@siemens.com
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50 Michael May
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discovery of causal relationships at the Graduate Programme for Cognitive Science at the University of Hamburg
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 51
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Fit für den härtesten Job der Marktwirtschaft - Wie unsere Gründer spitze werden könnten
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Friedrich Georg Hoepfner1
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Zusammenfassung
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Der Zug ist abgefahren und Europa hat die erste Runde verschlafen. Die Firmen, die das Internet beherrschen, sind nicht von hier. Sind wir wirklich zu dumm, oder haben wir eine Chance in der zweiten Runde? Wie könnten Gründer europäischer Hi-Tech-Firmen ihre Chancen verbessern, zur Spitze aufzusteigen?
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Berücksichtigt man die folgenden Leitlinien, so steigen die Chancen einer erfolgreichen Unternehmensgründung. Als Erfolgsfaktoren können unter anderem genannt werden:
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Erfolg fängt im Kopf ab Von der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell Teamwork einüben Klein anfangen und dennoch GROSS Denken Verkaufen ist nicht alles, aber ohne Verkaufen ist alles nichts Sinnvolle Gründerförderung an den Hochschulen
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Erfolg fängt im Kopf an
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Ausbildung, Einstellungen und Lifestyle sind die Stichworte für diesen Abschnitt. Unternehmer ist ein selbstbestimmter Beruf, der fachübergreifende Kenntnisse erfordert. Leider arbeiten wir an vielen Universitäten dagegen:
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Die Verschulung der Studiengänge, das Einpauken von immer mehr Fachwissen, das Heranzüchten von Experten auf immer engeren Fachgebieten
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widersprechen dem prinzipiell.
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Wenn wir mehr erfolgreiche Unternehmer wollen, müssen wir auch in Naturwissenschaft und Technik Individualität und Kreativität zulassen!
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Die Grundeinstellung erfolgreicher Unternehmer ist: Ich kann etwas bewirken, ich nehme mein Schicksal selbst in die Hand und ich investiere in die Zukunft. Dem widersprechen
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1 Geschäftsführer Hoepfner Bräu, Karlsruhe, braeu@hoepfner.de
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52 Friedrich Georg Hoepfner
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die Idee des Versorgungs-Staats, der Lebensversicherung, des bedingungslosen Grundeinkommens und der Wunsch der Politik, ständig neue gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.
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Arbeit und Freizeit mögen für manche ein Gegensatz sein: Erfolgreiche Unternehmer wissen die beiden Elemente zu verbinden, weil ihnen ihre Arbeit Freude bereitet. Wer lieber Fußball spielen will, soll Sportlehrer werden!
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Von der Geschäftsidee zum Geschäftsmodell
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Der Einfluss von Ideen wird überschätzt. Ideen gibt es wie Sand am Meer, aber erfolgreich werden Sie erst durch das richtige Geschäftsmodell.
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Der beste Ausgangspunkt ist nicht die neue Technologie, die nach Anwendungen sucht, sondern ein Problem der Kunden, für dessen Lösung es ein Budget gibt. Und zwar ein Problem, dass wirklich wehtut (dem Kunden wohlgemerkt).
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Ein Geschäftsmodell wird daraus, in dem man sich entscheidet, mit welchen Argumenten die Lösung vermarktet wird, wer dafür wie viel bezahlen soll, wie die Lösung ausgeführt werden muss, welche Ressourcen dafür eingesetzt werden und so weiter. Der Weg zum Geschäfts-modell ist oft steinig, wenn wir eine Reihe von Annahmen über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen unserer Kunden und Konkurrenten testen müssen, um die erfolgreiche Vorgehensweise zu finden. Da hilft die Theorie des „Lean Start-Up“.
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Teamwork kann man lernen
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90 % unserer High-Tech-Gründer treten heute als Team an. Ob das Team 120 % seiner Leistung erbringt oder die Hälfte der Zeit mit internen Querelen beschäftigt ist, macht oft den entscheidenden Unterschied.
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Häufige Probleme sind nicht die mangelnde Motivation, sondern die Unfähigkeit,
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produktiv zusammen zu arbeiten, aus Konflikten Chancen zu machen und die Qualität des Teamworks durch darauf bezogene Maßnahmen zu erhöhen.
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Das muss man lernen und üben!
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Allerdings hat sich auch die zu große Homogenität von Teams als Hemmschuh erwiesen, wenn zum Beispiel vier Informatiker zusammen eine Firma gründen, statt noch einen Betriebswirt und eine Juristin dazu zu nehmen.
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Fit für den härtesten Job der Marktwirtschaft 53
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Klein anfangen und dennoch GROSS Denken
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Erfolgreiche Gründer stehen mit beiden Beinen in der Realität und fangen im Normalfall mit kleinen Budgets an. Das ist auch richtig, weil zu hohe Anlaufverluste sich später als Bürde erweisen können.
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Aber schon zu einem frühen Zeitpunkt muss man an Dinge denken, die erst in der Wachstumsphase relevant werden: Software-Architektur, Internationalisierung, TeamBuilding, Vertriebssystem und - leistungsfähige Business Angels.
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Verkaufen ist nicht alles, aber ohne Verkaufen ist alles nichts
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Es ist auch ein Versäumnis der Universitäten, dass junge Gründer oft gar keine Ausbildung im Verkauf genossen haben. Im Gegenteil, die Tätigkeit des Verkaufes erscheint vielen Akademikern suspekt. Manche hoffen sogar, dass sich ihr Produkt beziehungsweise ihre Leistung aufgrund der großen technischen Überlegenheit später von selbst im Markt durchsetzen wird.
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Mit dieser Grundeinstellung ist der Weg zum späteren Scheitern vorbestimmt.
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Erfolg hat, wer frühzeitig mit Kunden in Kontakt kommt, und einerseits auf sie hört und andererseits doch auch überzeugend auf Sie einwirken kann. Erfolgreiches Verkaufen ist eine qualifizierte Dienstleistung, die hohe Anforderungen an die kommunikative und oft auch die analytische Fähigkeit des Unternehmers stellt.
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Gründer an der Hochschule
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In den letzten Jahren hat sich in den europäischen Hochschulen viel getan.
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Man hat erkannt, dass wir mehr Gründer brauchen und dass wir erfolgreiche Gründer brauchen. Man hat Lehrstühle für Entrepreneurship geschaffen, Gründerzentren gebaut und Stipendien ausgelobt. Auch wenn erste Erfolge deutlich werden, gibt es an anderer Stelle gute Beispiele dafür, wie man es nicht machen sollte.
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Als Unternehmensgründer und Business-Angel war Dr. Friedrich Georg Hoepfner am Aufbau von weit über 50 jungen Firmen in verschiedenen Branchen beteiligt. Sein Interesse gilt der Strategie und sein Augenmerk dem Tempo, das das junge Unternehmen aufnimmt. Hoepfner\Strategie arbeitet dementsprechend auch daran, als Berater den Zielerreichungsgrad von Firmen in Umbruchsituationen zu verbessern und Führungskräfte bei ihren Kernaufgaben zu unterstützen.
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Hoepfner ist Business Angel des Jahres, Lead Investor als Partner der KfW und zukünftig des Europäischen Investitionsfonds, Initiator des CyberForum e.V. und heute Mitglied des
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54 Friedrich Georg Hoepfner
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Kuratoriums, Vorstand der Start Angels Zürich und der Hoepfner Stiftung sowie Mitglied verschiedener Unternehmensbeiräte.
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Zu seinen Veröffentlichungen gehören das eBuch „Chancen für Unternehmer – Neue Ideen am Markt durchsetzen“ und Aufsätze über Business-Pläne, strategische Due Diligence, Firmenkultur, nachhaltige Geschäftspolitik und strategische Optionen für HiTech Firmen.
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Workshops
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Software-Entwicklungsprozesse und -Produkte
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im Licht kultureller Unterschiede
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn 2016 59
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Vorwort: Software-Entwicklungsprozesse und -Produkte im Licht kultureller Unterschiede
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Gerhard Chroust1, Renate Motschnig2
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1 Kulturelle Unterschiede und Software-Engineering
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In der Software-Branche tritt der Mensch sowohl als Entwickler als auch als Benutzer von Software-Produkten auf (Abb. 1). Menschen sind weitgehend durch ihren kulturellen Background gepra¨gt. Diese kulturellen Ein¯u¨sse ¯ieûen in den Software-Entwicklungsprozess ein und mu¨ssen auch bei der Gestaltung des Softwareproduktes beru¨cksichtigt werden mu¨ssen, um den kulturellen Erwartungen der Benutzer zu entsprechen.
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Abb. 1: Stakeholder-Ein¯uss Durch die zunehmende globale Vernetzung und Arbeitsteilung wird der Entwicklungsprozess immer mehr in global verteilten, arbeitsteiligen und multinationalen Teams durchgefu¨hrt (Outsourcing!). Gute, unmissversta¨ndliche und klare Kommunikation und gegenseitiges Versta¨ndnis sind ntig [MN09]. Neben explizit u¨bermittelter Information und dem zugehrigen impliziten Wissen sind hier nationale und kulturelle Unterschiede wesentlich: zwangsla¨u®g wird jede Kommunikation durch die ’kulturelle Brille’ interpretiert - und oft auch ”umgedeutet” oder entgegen der urspru¨nglichen Absicht gedeutet (”verfa¨lscht”).
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1 Johannes Kepler Universita¨t Linz, Donaustrasse 101, 2344 Maria Enzersdorf, gerhard.chroust@jku.at , 2 Universita¨t Wien, Wa¨hringer Straûe 29, 1090 Wien, renate.motschnig@univie.ac.at
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60 Gerhard Chroust und Renate Motschnig
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Software-Produkte werden heute weltweit angeboten und erreichen zunehmend internationale, kulturell unterschiedliche Benutzergruppen. Benutzer von Software-Produkten erwarten aber nicht nur, dass ein Software-Produkt ’ihre Sprache spricht’, sondern dass sein Verhalten sich nach den in dem speziellen Kulturkreis gu¨ltigen Normen und Konventionen richtet. Man wu¨nscht sich von einem Softwareprodukt das Verhalten eines ”einfu¨hlsamen, h¯ichen Butlers” [Ch07]. Die Bereitstellung eines internationale Produktes ist damit mehr als nur eine Frage der Sprachu¨bersetzung. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle muss die kulturellen Anforderungen und mo¨gliche (Miss-)Interpretationen beru¨cksichtigen.
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Erfolg ha¨ngt daher immer mehr vom Versta¨ndnis von national und geographisch bedingten kulturellen Unterschieden ab. Kulturelle Interaktion erfolgt auf mehreren hierarchischen Ebenen: auf der untersten Stufe geht es um die korrekte Zeichenerkennung und Interpretation und um technische Kommunikations-Standards, auf der ho¨chsten Ebene ¯ieûen die komplexen kulturellen Traditionen, soziale Erwartungen, Tabus und Weltanschauung ein. Wesentliche Beitra¨ge zu Fragen der kulturellen Differenz ®nden sich in den Arbeiten von Hofstede&Hofstede [HHM10], Hampden&Trompenaars [HTT00], Esselink [Es00] und anderen.
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2 Ablauf des Workshops
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Fu¨r dieses Workshop wurden insgesamt 6 Beitra¨ge angenommen. Diese wurden anna¨hernd in eine ’logische’ Reihenfolge gebracht: vom Allgemeinen/Abstrakten zum Speziellen/Konkreten. Im Sinne eines Workshops sind ku¨rzere Diskussionen wa¨hrend den Pra¨sentationen erwu¨nscht, Auûerdem wird nach drei und 6 Vortra¨gen je eine halbstu¨ndige Diskussionsrunde eingeschaltet.
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Gerhard Chroust : ”Kulturelle Unterschiede und ihr Einfluss auf Software- Entwicklungsprozesse und -Produkte” Der Beitrag gibt eine allgemeine Einfu¨hrung in die Konzepte der kulturellen Differenzen basierend auf [HHM10, HTT00]. Es werden die kulturelle Dimensionen und die Niveaus der kulturellen Differenzierung beschrieben. Konkret werden die Unterschiede fu¨r die drei in den anderen Beitra¨gen unmittelbar angesprochenen La¨nder (O¨ sterreich, Indien, Ukraine) herausgearbeitet und Folgerungen gezogen [Ch16].
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Eckhart Hanser : ” Erweiterung agiler Prozesse durch sozieta¨re Vorgehensbausteine” Das neuartige agile Meta-Modell MAP (Meta Agile Process Model) wird vorgestellt, welches u.a. eine Evaluationsmethode zur Bestimmung der menschlichen Verhaltensweisen (Typen) in agilen Teams beinhaltet um Projektrollen optimal zu besetzen, und die Projekt- und Produktqualita¨t zu erho¨hen. Die zwei Rekursionsebenen von MAP implementieren das neurokybernetischen Viable System Models (VSM) und sind somit eine systemische Beschreibung eines lebensfa¨higen (’viable’) Systems mit organisatorischer Intelligenz zur Weiterentwicklung des Teams. Die Praxis zeigt, dass MAP den Teamerfolg vorhersagen kann. [Ha16]
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Christina Bo¨hm and Renate Motschnig : ”Ein Diversity Framework fu¨ r Informatiknahe Projekte” Soziale Kompetenzen und die Fa¨higkeit, effektiv in interdisziplina¨ren
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Vorwort: Kulturelle Unterschiede 61
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Projektteams zu arbeiten, scheinen in der Informatik-Ausbildung wie auch in der praktischen Anwendung unterrepra¨sentiert. Das ”Diversity Framework”bu¨ndelt Methoden, Techniken und Prozesse, um implizite, soziale Faktoren und Verhaltensweisen explizit zu machen und eine systematische und praxisnahe Integration solcher Aspekte zu unterstu¨tzen. Der Beitrag basiert auf der eben erschienenen Dissertation der Erst-Autorin [Bo16] und geht im Prinzip von bereits bestehenden Teams aus. [BM16]
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Walter Renner und Shiva Khalili : ”Independent vs. interdependent identities: Eine theoretische Basis zu kulturellen Unterschieden in der Entwicklung und Nutzung von Software” Wenn benutzer-orientierte Softwareprodukte die Rolle eines ”einfu¨hlsamen, ho¨flichen Butlers” einnehmen sollen [Ch07], mu¨ssen sie den kulturellen Erwartungen und Erfordernissen der Benutzer angepasst sein. Wenn Benutzer und ”Butler” zufriedenstellend interagieren sollen, stellt sich somit die Frage der kulturellen Identita¨t auf beiden Seiten. Der Beitrag stellt die kulturpsychologische Basis zu diesen Postulaten und weiterfu¨hrenden Entwicklungen bereit. In einer Weiterfu¨hrung des Konzeptes individualistischer vs. kollektivistischer Gesellschaften pra¨sentierten Markus und Kitayama die Unterscheidung einer ”unabha¨ngigen” (independent) Identita¨t in den USA und der EU gegenu¨ber einer ”wechselseitig abha¨ngigen” (interdependent) Identita¨t in Asien. Diese U¨ berlegungen werden am Beispiel Iran hinsichtlich des politischen Kontextes und bezu¨glich der religio¨s-ideologischen, soziokulturellen und genderbezogenen Konsequenzen und Implikationen veranschaulicht[RK16].
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Walter Khom, Mykola Tkachuk, Volodymyr Sokol, Oleksiy Kosmachov und Vladyslav Sokol :”Communication, Management and Teambuilding Issues in AustrianUkrainian Outsourcing Project: 10 Years of Experience and Future Challenges Outsourcing von Softwaredienstleistungen geho¨rt heute zu den wichtigsten und stetig wachsenden Wirtschaftsfaktoren. Outsourcing bietet nicht nur Kosteneinsparungspotenziale, sondern vielmehr die Mo¨glichkeit des ad-hoc Zugriffs auf Personalressourcen. Jedoch erfordert Outsourcing eine geordnete Organisation und ein effizientes Management, um auch die gewu¨nschten positiven Ergebnisse zu erhalten und Erwartungen zu erfu¨llen. Eine der ha¨ufigsten Problemfelder bei SoftwareOutsourcing sind jedoch kulturelle Unterschiede und verschiedene Denkweisen zwischen Auftraggeber und Outsourcing-Dienstleister. Das Bewusstsein daru¨ber geho¨rt zu den kritischen Erfolgsfaktoren einer effizienten Kommunikation und eines effizienten Managements, gleichermaßen wie die passende Organisations- und Teamstruktur auf beiden Seiten. Dieser Artikel stellt einen Erfahrungsbericht aus 10 Jahren Software-Outsourcing zwischen Unternehmen in O¨ sterreich und der Ukraine dar und behandelt insbesondere aktuelle und ku¨nftige Herausforderungen einer derartigen Kooperation [Kh16] (Beitrag in Englisch).
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Shekhovtsov, V.A. and Mayr, H.C. :”View Harmonization in Software Processes: from the Idea to QuASE” Qualita¨tssicherung in Software Prozessen setzt voraus, dass die Beteiligten ein gleiches Versta¨ndnis der zu erfu¨llenden Anforderungen haben. Ein zentraler Aspekt des ”Quality Aware Software Engineering” (QuASE) ist daher die Harmonisierung von Stakeholder-Sichten bei der Systementwicklung. Der
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62 Gerhard Chroust und Renate Motschnig
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Vortrag zeigt auf, wie von der ersten Idee zur Unterstu¨tzung des wechselseitigen Verstehens von Qualita¨tsanforderungen das System QuASE entstand: dieses unterstu¨tzt nicht nur ein umfassendes ”Understandability Management” sondern integriert auch Wissen aus unterschiedlichen Ticketing-Systemen, welches damit zuga¨nglich und wiederverwertbar gemacht wird. [SM16] (Beitrag in Englisch).
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Literaturverzeichnis
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[BM16] Boehm, Ch.; Motschnig, R.: Ein Diversity Framework fu¨r Informatik-nahe Projekte. In (Mayr, H.C.; Pinzger, M., Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI). Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn, S. in this volume, 2016.
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[Bo16]
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Boehm, C.: A Framework for Managing Diversity in ICT Projects. Processes and Techniques for Explicating Soft Facts and Dealing with Behavioral Differences. Dissertation, Universita¨t Wien, Wien, 2016, 2016.
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[Ch07]
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Chroust, G.: Software like a courteous butler - Issues of Localization under Cultural Diversity. In: ISSS 2007. The 51th Annual meeting and Conference for the System Sciences. Tokyo, Japan, August 5-10, 2007. Curran Associates, Inc. ( Mar 2008 ), 2007.
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[Ch16]
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Chroust, G.: Kulturelle Unterschiede und ihr Ein¯uss auf SoftwareEntwicklungsprozesse und -Produkte. In (Mayr, H.C.; Pinzger, M., Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI). Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn 2016, S. in this volume, 2016.
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[Ha16]
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Hanser, E.: Erweiterung agiler Prozesse durch sozieta¨re Vorgehensbausteine. In (Mayr, H.C.; Pinzger, M., Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI). Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn, S. in this volume, 2016.
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[HHM10] Hofstede, G.; Hofstede, G. J.; Minkov, M.: Cultures and Organizations - Software of the Mind, 3rd edition. McGraw-Hill, NY 2010, 2010.
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[HTT00] Hampden-Turner, C.; Trompenaars, F.: Building Cross-Cultural Competence - How to Create Wealth from Con¯icting Values. Yale Univ. Press 2000, 2000.
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[Kh16]
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Khom, W.; Tkachuk, M.; Sokol, V.; Kosmachov, O.; Sokol, V.: Communication, Management and Teambuilding Issues in Austrian-Ukrainian Outsourcing Project: 10 Years of Experience and Future Challenges. In (Mayr, H.C.; Pinzger, M., Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI). Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn, S. in this volume, 2016.
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[MN09] Motschnig, R.; Nykl, L.: Konstruktive Kommunikation Sich und andere verstehen durch personenzentrierte Interaktion. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, 2009.
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[RK16]
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Renner, W.; Khalili, S.: Independent vs. interdependent identities: kulturelle Unterschiede in der Entwicklung und Nutzung von Software. In (Mayr, H.C.; Pinzger, M., Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI). Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn, S. in this volume, 2016.
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[SM16]
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Shekhovtsov, V.A.; Mayr, H.C.: View Harmonization in Software Processes: from the Idea to QuASE. In (Mayr, H.C.; Pinzger, M., Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI). Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn, S. in this volume, 2016.
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft fu¨r Informatik, Bonn 2016 63
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Kulturelle Unterschiede und ihr Einfluss auf Software-Entwicklungsprozesse und -Produkte
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Gerhard Chroust1
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Abstract: In der heutigen globalen, arbeitsteiligen Welt - und ganz besonders in der SoftwareIndustrie - ist gute, unmissverstndliche und klare Kommunikation und gegenseitiges Versta¨ndnis ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Kooperation. Neben explizit u¨bermittelten Information und implizitem Wissen spielen nationale kulturelle Unterschiede eine groûe Rolle: alles wird durch die ’kulturelle Brille’ interpretiert - und oft auch verfa¨lscht. Das gilt besonders fu¨r die Zusammenarbeit in multinationalen Entwicklungsteams wie sie u.a. durch Outsourcing entstehen. Durch die Globalisierung des Handels (e-commerce) werden Software-Produkte weltweit angeboten. Deshalb ist auch die Mensch-Maschine-Schnittstelle den kulturellen Anforderungen und (Miss-)Interpretationen unterworfen und muss den kulturellen Unterschieden und Erwartungen angepasst werden; man spricht von ’Lokalisierung’.
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In diesem Beitrag werden die hierarchisch geschichteten Niveaus der kulturellen Unterschiede klassi®ziert. Es wird die Theorie der kulturellen Unterschiede von Geert und Gert Hofstede (Vater und Sohn) und nach Hampden-Trompenaars qualitativ pra¨sentiert, die auch weltweit die Unterschiede numerisch ermittelt haben. Beispielhaft werden fu¨r drei Regionen (O¨ sterreich, Indien, und Ukraine) detailiert die entsprechenden Werte dargestellt und daraus Schlussfolgerungen fu¨r das Arbeiten in internationalen Teams gezogen. Einige Konsequenzen werden auch fu¨r die ’Produktseite’, d.h. der Gestaltung der Benutzerschnittstellen gezogen.
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Keywords: Globalisierung, kulturell Unterschiede, Lokalisierung, Hofstede, Hampden-Turner, Trompenaars,
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1 Werkzeug-Entwicklungsprozesse
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1.1 Werkzeugentwicklung in der Vorzeit
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Werkzeugentwicklung und -verwendung ist einer der Schlu¨ssel zur menschlichen Zivilisation. Urspru¨nglich waren Er®ndung, Herstellung, Verwendung und Wartung in einer Hand (und einem Kopf!), siehe Abb. 1(a). Eine explizite Kommunikation und Weitergabe von Wissen zwischen diesen einzelnen menschlichen Funktionen war nicht notwendig. Mit der zunehmenden Zivilisation und besonders mit der Versta¨dterung (vgl. Mesopotamien [Be00]) entwickelte sich eine arbeitsteilige Gesellschaft, in der diese Funktionen verschiedenen Personen zu®elen, Abb. 1(b). Diese Arbeitsteiligkeit war ein erster Schritt zur ’Massenfertigung’ (z.B. Wachsmodelle fu¨r den Guss von Go¨tter®guren). Dies bedeutete u.a. dass ein effektiver und ef®zienter Produktionsprozess an Bedeutung gewann. Ebenso musste auch auf Standardisierung Ru¨cksicht genommen werden, besonders auffa¨llig bei den Waffen fu¨r Heere.
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1 Johannes Kepler Universita¨t Linz, Donaustrase 101, 2344 Maria Enzersdorf, gerhard.chroust@jku.at
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64 Gerhard Chroust
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Abb. 1: Individuelle und arbeitsteilige Werkzeug-Entwicklung 1.2 Kommunikation und Kooperation im Erzeugungsprozess Die allma¨hliche mit der Versta¨dterung einsetzende Arbeitsteilung [Be00] erfordert auch eine entsprechende Kooperation zwischen den einzelnen Beteiligten, und damit Kommunikation, um Wissen und Erfahrung zu u¨bertragen. Abb. 1(b) und Abb. 2 zeigen einige der wesentlichen Kommunikationswege. Mehrere wesentliche Probleme tauchen bei dieser arbeitsteiligen Produktion auf, wobei diese Probleme bei der Software-Entwicklung ebenso deutlich sichtbar werden
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Abb. 2: Stakeholder-Ein¯uss ∙ Die Externalisierung des Informations¯usses [NT95] erfordert die Umwandlung
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von internalisiertem Wissen (”tacit knowledge”), das oft nur intuitiv und operationell vorhanden war, in explizites, vermittelbares Wissen (”explicit knowledge”), das von einer Person zu einer anderen u¨bermittelt werden kann. Zu bemerken ist, dass
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Kulturelle Unterschiede: Prozesse und Produkte 65
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bei ho¨herwertigen Produktionsprozessen auch noch eine Zweiteilung des expliziten Wissens zu unterscheiden ist: U¨ bermittlung durch Beobachtung und Nachahmung (Meister - Schu¨ler) und die Abstraktion des Wissens in Form von abstrakt vermittelbaren Wissen, das unabha¨ngig von einer wissenden Person weitergegeben werden kann, z.B. in Form von Anleitungen, Lehrbu¨chern etc.. Letztendlich ®ndet das Wissen auch Eingang in akademische Studien.
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∙ Die Arbeitsteilung implizierte, dass viele der Beteiligten mehr als fu¨r den eigenen Bedarf produzierten. Somit musste die Verwendung der geschaffenen Werkzeuge auch den verschiedenen potentiellen Benutzern passend mitgeteilt werden.
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∙ Bei Artefakten, deren Verwendung nicht selbstversta¨ndlich war (oder die bisher noch nicht existierten) musste auch das Bedu¨rfnis und damit der Markt erst geschaffen werden (z.B. fu¨r Prunkgefa¨ûe).
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∙ Bei der Kommunikation wirken meist unverzichtbar mehrere Informationskana¨le (Sprache, Intonation, Ko¨rpersprache, Gesten, ...) zusammen: ”man kann nicht nicht kommunizieren” [Wa00].
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∙ Die Trennung der einzelnen Entwicklungsaufgaben erforderte auch expliziten Feedback zwischen den beteiligten Akteuren (Abb. 2). Auch bei vielen heutigen Produktionsprozessen sind nicht alle Kommunikationswege in ausreichendem Maûe vorhanden, besonders Feedback von der Instandhaltung (Wartung) zuru¨ck zur Produktion ist oft mangelhaft.
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∙ Wegen der Vielzahl der Benu¨tzer mit ihren verschiedene Wu¨nsche ko¨nnen oft nicht der eigentliche Benutzer sondern nur dessen Repra¨sentanten Ein¯uss auf das Produkt nehmen. Ebenso werden verschiedene Entwicklungsingenieur nicht unbedingt einer Meinung sein (Abb. 2).
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2 Menschliche Kommunikation und kulturelle Unterschiede
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2.1 Offensichtliche kulturelle Differenzen
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Aus unserer Erfahrung aus Fernreisen, Fernsehen und Filmen kennen wir auffa¨llige kulturelle Unterschiede wie Aussehen von Personen, Kleidung, Speisen, Speisevorschriften, Getra¨nke, Sprache, Schrift, Schreibung von Datum, Zeit, Geld, und so weiter. Ein auffa¨lliger (und auch Verwirrung stiftender) Unterschied ist, z.B., wie man auf den Fingern za¨hlt.
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2.2 Notwendigkeit der kulturellen Anpassung
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Generell kann man feststellen: Software systems do not exist in isolation, they are used in social and organizational contexts. Experience and many studies show that the major cause of most software failures is the people rather than technical issues [CKN88].
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66 Gerhard Chroust ... It is the people and culture of the organization that determines how any system is used. ... human, social and organizational considerations affect software processes ... [KB99]. Zwei Gru¨nde stehen dabei im Vordergrund:
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∙ Outsourcing von Software-Produktion, besonders in asiatische La¨nder, macht die internationale Kooperation und Kommunikation u¨ber nationale/kulturelle Grenzen notwendig. Probleme ko¨nnen sowohl bei der Gestaltung der Produkte als auch bei der Abwicklung des Entwicklungsprozesses auftreten [KH05b, KH05a, KSW04, WDH07].
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∙ Jede Aussage wird auch im Rahmen eines kulturellen Kontext gemacht. Man unterscheidet dabei high-context cultures und low-context cultures [La06] [Sc01]. Stark kontext-abha¨ngige Kulturen vermitteln viele Informationen nur u¨ber den Kontext des Gesagten (wer sagte was, wann, mit welchem Gleichnis, usw.) wa¨hrend Kulturen mit geringer Kontext-Abha¨ngigkeit die meisten Informationen explizit verbal vermitteln [Ha76, Sc01].
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Die kulturelle Anpassung erfolgt im Prinzip auf zwei eng miteinander ver¯ochtenen Gebieten: Kulturelle Anpassung im Software-Entwicklungsteam und kulturelle Anpassung der Schnittstelle zwischen Benutzer und Computer (”Software localization”, siehe Abschn. 6). Die Bedeutung der kultuurellen Anpassung steigt notwendigerweise immer mehr mit dem technologischem Fortschritt, da die Computersysteme immer mehr mit pseudoperso¨nliche Schnittstellen ( Ko¨pfe oder ein ganze Person) ausgestattet werden und auch die Services mittels Arti®cial Intelligence na¨her an menschliches Verhalten ru¨cken. Es ist oft schwer zu unterscheiden, ob am anderen Ende der Kommunikation ein Mensch oder Automat (Avatar) gezeigt wird, mit dem Benu¨tzer des Software-System interagiert (Abb. 3). Kulturelle Inkompatibilita¨ten fallen dabei sehr unangenehm auf.
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Abb. 3: Mensch oder Avatar?
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Kulturelle Unterschiede: Prozesse und Produkte 67
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2.3 Niveaus der kulturellen Differenzen
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Unsere Erfahrung lehrt uns auch, dass die Anpassung an lokale/kultlurelle Vorgaben auf mehreren Ebenen erfolgt:
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Technologische Infrastruktur : Bei der direkten Face-to-Face-Kommunikation bedarf es kaum einer Infrastruktur. Sobald aber technische Hilfsmittel (Telefon, Video, ...) die Basis der Kommunikation sind, bedarf es technischer und organisatorischer Vorbereitungen und Anpassungen, wie z.B. Probleme bei Zeichensa¨tzen (nationale und diakritische Zeichen, Sortierfolge), bei der Behandlung von Zwei-Byte Sprachen (Asien!) [Ad93], der richtigen Leserichtung (links-rechts, rechts-links, usw.) [Es00, HBL02] und alle Vereinbarungen, die als ’Locale’ [Es00] zusammengefasst werden, wie Wa¨hrungssymbole, Datumsschreibweise, ... [IM05].
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Grammatikalisches Niveau : Grammatik spielt eine wesentliche Rolle bei einer u¨ber das allernotwendigste hinausgehenden Kommunikation und ist wesentlich fu¨r das Versta¨ndnis, aber auch fu¨r die barrierefreie Kommunikation.
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Semantisches Niveau : Dieses Niveau befasst sich mit der Bedeutung von Text, seiner Interpretation. Dazu geho¨ren Doppelbedeutungen, Verwendung von technischer Sprache versus Umgangssprache, Ausdrucksfa¨higkeit verschiedener Sprachen, Abku¨rzungen, Metapher, u.a.
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Graphisches und symbolisches Niveau : Die steigende Verwendung von Symbolen und Graphiken muss auch kulturelle Unterschiede beru¨cksichtigen. Das schlieût die korrekte Verwendung von Farben, Tiersymbolen, Gesten [Mo06] etc. ein. Da viel davon optisch unbewusst aufgenommen wird, ko¨nnen unangenehme Differenzen zwischen besprochenen Wort und Darstellung Unbehagen hervorrufen.
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Gescha¨ftskonventionen und Praktiken : Praktiken, Verhaltensweisen und Konventionen spiegeln deutlich die darunterliegende Kultur und Wertvorstellung wider, sie sind oft u¨ber Jahrtausende gewachsen und sind in einem gewissen Sinn optimiert. Punktuelle A¨ nderungen und Anpassungen ko¨nnen ein delikates Gleichgewicht zersto¨ren und a¨uûerst negative Folgen haben, die in Frustration, Reibungsverlust und Entfremdung resultieren ko¨nnen [KSW04]. Es za¨hlen dazu: Fu¨hrungsverhalten, Organisationsstruktur, Organisation von Datensammlungen und Web-Sites, Termine und Pu¨nktlichkeit, Leistungsbeurteilung, U¨ berzeit-Arbeit, etc.
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Gesellschaftliches und kommunikatives Niveau : Die menschliche Tendenz, menschliche Zu¨ge und Eigenschaften auch komplexen Computer-Schnittstellen zuzugestehen pra¨gt auch das Verhalten gegenu¨ber diesen Schnittstellen: man erwartet gute ’Umgangsformen’, Ho¨¯ichkeit, Versta¨ndnis und Hilfsbereitschaft und die Einhaltung gesellschaftlicher Konventionen [Mi04].
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Es geho¨ren dazu: Kommunikationsstil (Kontextabha¨ngigkeit, Vergleiche und Analogien), Arten des Humors, Begru¨ûung und Anrede, Zugeho¨rigkeit zu sozialen Klassen, gesellschaftliche Stellung und Alter, geschlechtsspezi®sche Stellung, Wertscha¨tzung von ’anderen’ Gruppen, Ausdru¨cken von Ablehnung [Da02].
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68 Gerhard Chroust Weltanschauliches Niveau : Es ist dies ein Komplex von Religions- und Werte-Vorstell-
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ungen, Moralauffassung, Tabus, Recht, Bra¨uchen, Kunst, und allen anderen Gewohnheiten und Sitten, die der Mensch als Mitglied einer Gesellschaft erworben hat., Kulturelle Diskrepanzen zeigen sich auf diesem Niveau oft am sta¨rksten, auch bei den doch unperso¨nlichen Computer-Schnittstellen ko¨nnen kulturelle Problem besonders unangenehm auffallen.
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Betrachtet man die kulturellen Niveaus (Abb. 4) so erkennt man, dass nur die obersten drei Niveaus durch stark emotional gefa¨rbte und tradierte kulturelle Unterschiede gepra¨gt werden. Die anderen Niveaus (vgl. auch [Es00]) enthalten kulturelle Unterschiede, die sto¨rend sein ko¨nnen. Diese Unterschiede sind jedoch nicht dramatisch und oft auch ohne allzu viel Emotion umlernbar. Die wesentlichen kulturellen Unterschiede (siehe Abschn. 3) pra¨gen jedoch die Mitglieder der jeweiligen Kultur, sind oft nur unterschwellig erkennbar und beein¯ussen emotionale Entscheidungen und Verhalten in starkem Ausmaû. Vieles davon ist Teil der Weltanschauung und der moralischen Werte.
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Abb. 4: Niveaus der kulturellen Differenz
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3 Identifizierung kultureller Unterschiede
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Bei der Identi®zierung von kulturellen Unterschieden sind 2 Stufen zu unterscheiden.
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Identifizierung grundlegender Dimensionen der kulturellen Ausrichtung : Das Problem dabei ist, welche Charakteristiken identi®ziert man, die grundlegend und mehr oder weniger unabha¨ngig voneinander sind.
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Messung der Charakteristiken fu¨ r einzelne Personen oder Personengruppen : Nach Festlegung der einzelnen Charakteristiken versucht man diese Charakteristika einer Personen zu messen, wobei die Absicht ist, darauf auf gro¨ûere Aggregate (Nationen?) zu schlieûen. Natu¨rlich besteht hier die Gefahr einer unre¯ektierten Klischee-Bildung.
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Kulturelle Unterschiede: Prozesse und Produkte 69 In den 70-er Jahren veranlasste die Fa. IBM weltweite, detaillierte Untersuchungen u¨ber kulturellere Unterschiede, wobei die Welt in etwa 74 Regionen (meist Nationen) eingeteilt wurde. Fu¨r jede dieser Regionen wurden mit Hilfe eines Fragebogen grundlegende Einstellungen zu verschiedenen Fragen erhoben. Basierend auf diesem weltweiten Datenmaterial und auf weiteren Analysen leiteten sowohl Geert und Gert Hofstede (Vater und Sohn), spa¨ter zusammen mit Michael Minkov [HHM10], und parallel dazu Charles Hampden-Turner mit Fons Trompenaars [HTT00, Ch06] mehrere grundlegende Dimensionen kultureller Unterschiede ab. Obwohl die Analysen auf weitgehend demselben Datenmaterial beruhen, kommen die beiden Forschungsteams zu zwar a¨hnlichen, aber doch verschiedenen Dimensionen. Wa¨hrend Hofstede & Hofstede besonders auf die Orthogonalita¨t der Dimensionen Wert legen, legen Hampden & Trompenaars mehr Wert auf die anschauliche Darstellungen und die Auswirkungen von Unterschieden in den verschiedenen Dimensionen (’im besten Fall’ und ’im schlechtesten Fall’). Fu¨r Details muss auf die angegebene Literatur und auf [Ch07, Ch08] verwiesen werden.
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4 Kulturelle Unterschiede nach Hofstede&Hofstede
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Hofstede&Hofstede identi®zieren in [HHM10] 6 Dimensionen (mit deren Gegenteil), siehe Abb. 5.
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Abb. 5: Kulturelle Unterschiede nach [HHM10]
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Power Difference Index (PDI) : Dieses Maû zeigt inwieweit die weniger ma¨chtigen Mitglieder einer Organisation, Institution, oder Gesellschaft akzeptieren und erwarten, dass die Macht (und die damit zusammenha¨ngenden Privilegien) ungleich verteilt sind. Die Ungleichheit wird sowohl von den Fu¨hrern als auch den Gefu¨hrten akzeptiert und gutgeheiûen.
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Individualism Index (IDV) : IDV ist ein Maû fu¨r Unabha¨ngigkeit der Einzelnen im Vergleich zur Bindung an eine (kollektive) Gesellschaft, in die der Einzelnen (meist
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70 Gerhard Chroust
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von Geburt an) stark integriert ist. Diese Gesellschaften sind zusammengeschweiûte ’In-Groups’, oft eine (um enge Freunde erweiterte) Familie, die permanenten Schutz bietet im Austausch fu¨r unre¯ektierte Loyalita¨t.
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Masculinity (MAS) : Dieser Wert bestimmt wie groû die Kluft zwischen den Wertevorstellungen von Ma¨nnern und Frauen ist. Es zeigt, inwieweit die Zuordnung der ’typisch’ ma¨nnlichen Werte Entschlossenheit und Konkurrenzdenken im Gegensatz zu den ’typisch’ weiblichen Werten Bescheidenheit, Fu¨rsorglichkeit und Trost, bei den beiden Geschlechtern unterschiedlich ist.
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Uncertainty Avoidance Index (UAI) : UAI misst die Toleranz einer Gesellschaft fu¨r Ungewissheit und Mehrdeutigkeit, wie unbehaglich man sich in unstrukturierten Situationen fu¨hlt, die neuartig, unbekannt, u¨berraschend oder verschieden von dem U¨ blichen sind. Kulturen mit hohem UAI versuchen die Wahrscheinlichkeit derartiger Situationen durch strenge Gesetze, Regeln und Sicherheits-Maûnahmen zu minimieren. Auf der philosophischen und religio¨sen Ebene dru¨ckt sich ein hoher UAI durch den Glauben an eine Absolute Wahrheit aus.
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Long-Time Orientation Index (LTO) : Einstellungen, die mit einem hohen LTO gekoppelt sind, sind Sparsamkeit, Beharrlichkeit und Ausdauer. Mit geringem LTO werden Werte wie Respekt fu¨r Tradition, Erfu¨llung soziale Verp¯ichtungen und das ’Bewahren des eigenen Gesichtes’ gescha¨tzt.
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Indulgence versus Restraint (IVR) : ”Nachgiebigkeit und Beherrschung” beschreibt das Erreichen von Glu¨ck durch die Wahrnehmung von Kontrolle u¨ber das eigene Leben und die Wichtigkeit von Freizeit und Muûe. Die Dimension wurde zuerst durch Minkov formuliert und spa¨ter von Hofstede als eine der Kulturdimensionen u¨bernommen.
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4.1 Kulturelle Unterschiede nach Hampden&Trompenaars
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Hampden&Trompenaars kommen zu a¨hnlichen U¨ berlegungen, verwenden aber teilweise andere Basisdimensionen [HTT00, Ch06]:
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universalism-particularism Universalismus hat als Ziel generelle, endgu¨ltige Regeln zu ®nden. Wenn keine Regel passt, wir die bestmo¨gliche Regel angewendet. Partikularismus betrachtet die Ausnahmen. Wenn keine Regel passt, wird ein Fall eher auf Grund seines inha¨renten Wertes beurteilt als der Versuch gemacht, ihn in eine existierende Regel zu pressen.
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individualism-communitarianism Individualismus beachtet die Rechte des Einzelnen. Man versucht jede Person eigensta¨ndig Erfolg oder Misserfolg haben zu lassen und betrachtet Kommunitarismus als einen Versuch die Einzelnen ihrer unvera¨uûerlichen Rechte zu berauben. Kommunitarismus handelt von den Rechten den Gruppe oder Gesellschaft. Er betrachtet Individualismus als egoistisch und kurzsichtig.
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Kulturelle Unterschiede: Prozesse und Produkte 71
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specificity-diffusion ’Speci®city’ konzentriert sich auf die spezi®sche Rolle einer Person, einer Situation oder eines Dinges im Gegensatz zur ganzheitlichen Schau. Ein ’Diffusionist’ wu¨rde zum Beispiel in Gescha¨ftsverhandlungen auch die Rolle des Partners als ’Elternteil’ im Privatleben beru¨cksichtigen. Kulturen mit hoher KontextAbha¨ngigkeit sind als ’diffusionistisch’ einzustufen, im Gegensatz zu Kulturen mit niedriger Kontextabha¨ngigkeit, in denen mehr Information explizit und verbal ausgedru¨ckt wird [Ha76, Sc01].
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achieved status - ascribed status In Kulturen mit ’Achieved status’ erreicht man Bedeutung durch Leistung. Die Annahme ist, dass Einzelpersonen und Organisationen ihren Status ta¨glich verdienen oder verlieren ko¨nnen. Andere Annahmen seien zum Scheitern verurteilt. ’Ascribed status’ wird u¨ber andere Wege erreicht, wie z.B. Geburt oder Alter. Status wird hier als Recht erworben und nicht durch ta¨gliche Leistung, die durch Glu¨ck plus Beurteilung gemessen wird. Ordnung und Sicherheit resultieren aus der Permanenz des Status.
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inner direction-outer direction ’Inner-directed’ beruht auf Vorstellungen und perso¨nliches Urteil ’in unseren Ko¨pfen’. Denken wird als das ma¨chtigste Werkzeug angesehen, Ideen und intuitives Vorgehen sind der beste Weg. ’Outer-directed’ sucht Daten und Informationen in der Umgebung. Es wird angenommen, dass wir in eine ideale Welt eingebettet sind und wir dort unser Informationen, Anweisungen und Entscheidungsgrundlagen ®nden und holen.
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sequential time-synchronous time ’Sequential Time’ sieht einzelne Ereignisse als separate Elemente, die eines nach dem anderen zeitlich angeordnet sind. Ordnung beruht auf einer serialisierten Anordnung von Aktionen, die nacheinander ablaufen. ’Synchronous Time’ sieht Ereignisse als parallel ablaufend, die miteinander synchronisiert und verkoppelt sind. Ordnung beruht auf einer Koordination von vielfa¨ltigen Anstrengungen und Aktionen.
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5 Beispiel: Einfluss kultureller Differenzen auf Software-Entwicklung
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In diesem Abschnitt skizzieren wir einige der Konsequenzen stark voneinander differierenden Werte in den kulturellen Dimensionen. Zur Anschaulichkeit werden wir uns nur auf die Daten von Holfstede&Hofstede [HHM10] berufen, weil dort das Zahlenmaterial konsistenter dargestellt wird.
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Wir betrachten die Auswirkungen sowohl auf den Prozess (hier wird es sich meistens um Meinungsverschiedenheiten und Fehlinterpretationen handeln) und auf das Produkt (hier wird es sich meistens unterschiedliche Ansichten u¨ber die Gestaltung der Schnittstelle handeln). Es soll nochmals darauf hingewiesen werden, dass derartige Unterschiede fu¨r Outsourcing-Projekte von groûer Bedeutung sind [KH05b, KH05a, KSW04].
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Man muss aber auch sehr deutlich die Schwa¨chen des von Hofstede verwendeten Zahlenmaterials und dessen Interpretation betonen, sowohl was die Aktualita¨t des Materials betrifft als auch die Analysemethoden [SW14, FK07].
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72 Gerhard Chroust
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Wir werden nur jene drei Regionen na¨her beleuchten, die in den anderen Beitra¨gen des Workshops na¨her diskutiert werden : O¨ sterreich, Indien und Ukraine.
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Die Diagramme in Abb. 6 stellen fu¨r die ausgewa¨hlten geographischen Regionen die Werte fu¨r die entsprechenden kulturellen Dimensionen dar. Je weiter die individuellen Werte voneinander verschieden sind, desto gro¨ûer ist die Gefahr einer Dissonanz. Dabei ist prinzipiell der Wert (’score’) zu beachten, aber auch das Gewicht dieser Unterschiede im Vergleich zu den anderen geographischen Regionen, das dru¨ckt prinzipiell der Rang aus.
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Da die Daten fu¨r die Ukraine nur fu¨r 2 der Dimensionen vorliegen haben, wir wegen der geschichtlichen und geographische Na¨he der Ukraine zu Russland, die Werte fu¨r Russland fu¨r die fehlenden Werte der Ukraine eingesetzt. Die 2 ermittelten Wertepaare lassen vermuten, dass dies zula¨ssig ist.
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Die Tabellen (unten) und die Diagramme in Abb. 6 zeigen fu¨r O¨ sterreich, Indien und Ukraine (von insgesamt 74 Nationen/Regionen) den Punktewert (’score’), von 0 bis 100, und den relativen Platz (’rank’), von dem ho¨chsten Punktewert absteigend.
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Score Austria India Ukraine median
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PDI IDV MAS UAI LTO IVR 11 55 79 70 60 63 77 48 56 40 51 26 93 39 36 95 86 14 63 39 47 70 45 42
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Rank Austria India Ukraine median
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PDI IDV MAS UAI LTD IVR
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74 27 4 37 33 24
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18 31 29 64 35 73
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6 38 63
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7
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5 90
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37 37 37 37 45 46
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Einige Folgerungen lassen sich daraus ableiten:
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PDI - Power Distance Index Die starke Differenz des PDI zwischen O¨ sterreich und sowohl Indien als auch Ukraine bedeutet, dass der Meinungsaustausch zwischen erfahrenen und ju¨ngeren oder auch Vorgesetzten und Mitarbeitern nicht ’auf Augenho¨he’ erfolgen wird [KSW04]. Wa¨hrend im Westen im Prinzip alle gleichgestellt sind, sind in Indien hierarchische Strukturen einzementiert [Kobayashi-05a]. Inder werden daher auch ein Produkt mit einer viel rigideren hierarchischen Informationsund Kommunikationsstruktur als O¨ sterreicher aufbauen.
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IDV Individualismus Der im Westen sta¨rker vertretene Individualismus kann das Klima im Team belasten. Inder wu¨rden Internet-Pra¨sentationen so erzeugen, dass sie vom Benutzer sta¨rker individualisierbar sind (bessere Lokalisierung).
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LTO Long Term Orientation Mangelnde LTO (Ukraine) la¨sst zu befu¨rchten, dass das kurzfristig erreichbare im Vordergrund steht, wa¨hrend hohes LTO auch auf das End-
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Kulturelle Unterschiede: Prozesse und Produkte 73
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Abb. 6: Kulturelle Unterschiede: O¨ sterreich - Indien - Ukraine
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ziel des Produktes achtet und der Wartung und Wiederverwendung mehr Augenmerk geschenkt wird. UAI Uncertainty Avoidance Dies la¨sst erwarten, dass Beschlu¨sse sta¨rker dokumentiert und abgesichert werden, was oft auch auf Kosten der Ef®zienz geht. IVR Indulgence versus Restraint Niedrige IVR gibt wenig Freiheit fu¨r die Entfaltung des Einzelnen, was zum Teil zu Meinungsverschiedenheiten mit Team-Mitgliedern mit hohem IVR (z.B O¨ sterreich) fu¨hren kann. MAS Masculinity Der hohe MAS-Index fu¨r O¨ sterreich kann bedeuten, dass Inder und besonders Ukrainer den Frauen viel mehr Leitungsaufgaben geben als O¨ sterreicher.
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6 Kommunikation mit einem Werkzeug (’Lokalisierung’)
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Anfa¨nglich war die Kommunikation ’mit’ einem Werkzeug relativ einseitig. Fu¨r Werkzeuge gab es (mehr oder weniger gute) Benutzer-Anleitungen, die (in Form einer Einbahnstraûe) von den Entwicklern an die Benutzer weitergegeben werden. Mit der Computertechnik gewann ein weiterer Kommunikationskanal an Bedeutung: interaktive Kommunikation mit dem Werkzeug. Computer (besonders sogenannte eingebettete Systeme oder software-intensive Systeme) u¨bernehmen immer weitergehende Aufgaben, die fru¨her dem Menschen vorbehalten waren [BWS98]. Zur Erfu¨llung ihrer Aufgaben ist Informationsaustausch mit Benutzern, in Analogie zu einem Gespra¨ch zwischen Menschen, notwendig. Das bedeutet, dass die Schnittstellen-Software a¨hnlichen Anforderungen genu¨gen muss, wie sie fu¨r die Kommunikation zwischen Menschen erforderlich ist. Als Folge muss die
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74 Gerhard Chroust
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Software an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden, wir sprechen von ”Lokalisierung” [Ch07].
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Eine ganze Reihe von Gru¨nden sprechen fu¨r eine Lokalisierung von Software-Produkten [Ch08], u.a. technologischer Fortschritt (Geschwindigkeit, Performanz, Displays), logisch anspruchsvollere, benutzerorientierte Anwendungen, allgegenwa¨rtige software-intensive Systeme, vermehrte nicht-verbale Kommunikation zwischen Benutzer und Computer (Graphik, steigende Zahl pseudo-perso¨nliche Schnittstellen (Avatare als Ersatz fu¨r Menschen, Abb. 3), internationale Kooperation, globaler Ka¨ufermarkt und globales Marketing, steigende Bedeutung des Kontexts der Interaktion, stark gestiegene Erwartungen der Benutzer.
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In der Kommunikation zwischen zwei Partnern erwartet man einen gewissen Verhaltenskodex. Man beno¨tigt auch bis zu einem gewissen Grad eine gemeinsame (Basis-)Weltsicht. Der eigentliche Inhalt und die Form der Botschaft ist nur ein Teil der gesamten Kommunikation. In Face-to-face-Situationen spielt die Ko¨rpersprache eine groûe Rolle [Fa71] [La90] [Mo88] [Mo94]. In vielen Einsatzsituationen (besonders im privaten Bereich) erwartet man eine nahtlose Anpassung an die individuelle Kultur und Umgebung [Ch07] (”man kann nicht nicht kommunizieren” [Wa00])
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Diese Erwartung u¨bertra¨gt sich auch auf Computerschnittstellen. Benutzer tendieren dazu, einer komplexen, gut gestalteten Computerschnittstelle menschliche Qualita¨ten zuzuschreiben (Wer hat noch nie seinen Computer beschimpft?) Wir erwarten von einer derartigen Computerschnittstelle ”gutes Verhalten ... mit der Sensitivita¨t eines intuitiven, ho¨flichen Butlers” [Mi04]. Je realistischer die Computerschnittstelle gestaltet ist (von simplen Text-Schnittstellen bis zu belebten, interaktiven Darstellungen mit Software Agenten, sogenannte Avatare, desto mehr erwarten die Benutzer die Einhaltung sozialer Konventionen [Mi04].
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7 Zusammenfassung
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Jeder ist fast u¨berall ein Fremder
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In diesem Beitrag haben wir basierend auf [HHM10] eine Klassi®zierung von kulturellen Unterschieden nach insgesamt 6 Dimensionen vorgenommen. Weiters haben wir die Niveaus der Kommunikation dargestellt und einige Auswirkungen auf internationale Entwicklungsteams diskutiert.
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Aus den Werten fu¨r die Dimensionen haben wir fu¨r die ho¨herwertigen Kommunikationsaufgaben beispielhaft gewisse Folgerungen fu¨r das Verha¨ltnis zwischen O¨ sterreich, Indien und Ukraine diskutiert, da Indien und Ukraine klassische Outsourcing-Ziele sind und O¨ sterreich eine klassische Outsourcing-Quelle.
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Dieser Beitrag soll dazu beitragen, Probleme in internationalen Teams und in OutsourcingSituationen zu vermeiden. Wir hoffen dadurch einen Beitrag zum besseren Versta¨ndnis der Internationalisierung geleistet zu haben
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8 Danksagung
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Kulturelle Unterschiede: Prozesse und Produkte 75
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Der Autor dankt dem Shaker Verlag, Aachen, fu¨r das Recht, Material des Artikels ”Kulturelle Unterschiede und ihr Ein¯uss auf Software-Entwicklungsprozesse und Produkte” [Ch08] wiederverwenden zu du¨rfen.
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76 Gerhard Chroust
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Erweiterung agiler Prozesse durch sozietäre Vorgehensbausteine
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Eckhart Hanser1
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Abstract: Im Folgenden wird das neuartige agile Meta-Modell MAP (Meta Agile Process Model) vorgestellt, welches u.a. eine Evaluationsmethode zur Bestimmung der menschlichen Verhaltensweisen (Typen) im agilen Team beinhaltet. MAP ermöglicht es, Projektrollen optimal zu besetzen, was maßgeblich dazu beiträgt, die Projekt- und Produktqualität zu erhöhen. Da MAP zwei Rekursionsebenen des neurokybernetischen Viable System Models (VSM) implementiert, kann gezeigt werden, dass MAP-Teams im Sinne einer systemischen Beschreibung „lebensfähige Systeme“ (viable systems) darstellen, die über entsprechende organisatorische Intelligenz zur Weiterentwicklung des Teams und zur Bewältigung kritischer Projekte verfügen. Die Analyse von Projekten aus der Praxis zeigt, dass MAP den Teamerfolg vorhersagen kann.
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Keywords: Meta Agile Process Model (MAP), sozietär, sozial, Teambildung, Teamerfolg, agil, Viable System Model (VSM), Vorgehensmodell, Prozessmodell, Projektmanagement.
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1 Verhaltensweisen (Typen) im Team – das Meta Agile Process Model (MAP)
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Die Organisationspsychologie weiß seit längerem, dass die richtige „Mischung“ von Denk- und Verhaltensmustern von Teammitgliedern über den Erfolg eines Projekts mitbestimmt. Arbeiten von Baldegger und Gotsman [BG01] oder Belbin [Be04] beschäftigen sich mit diesem Thema. Allerdings sind die für den Erfolg eines Teams notwendigen Verhaltensweisen der Teammitglieder abhängig vom Tätigkeitsfeld des Teams. Ein Managementteam braucht eine andere Mischung der Verhaltensweisen als ein Software-Entwicklungsteam. Diese Lücke schließt der Autor mit seinem 2010 erstmalig veröffentlichten Meta Agile Process Model (MAP) [Ha10], welches eine „Landkarte“ der Verhaltensweisen im Software-Entwicklungsteam entwickelt (Abb. 1). Diese „Landkarte“ basiert auf der mehrjährigen Beobachtung erfolgreicher studentischer Teams an der Hochschule des Autors, die in realen Software-Entwicklungsprojekten ihren Erfolg unter Beweis stellen konnten.
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1 Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Lörrach, Kompetenzzentrum für agile IT-Prozesse, Hangstraße 46-50, D-79539 Lörrach, hanser@dhbw-loerrach.de, www.dhbw-loerrach.de/kap.html.
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78 Eckhart Hanser
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Abb. 1: „Landkarte“ (MAP) der verschiedenen menschlichen „Typen“ (Verhaltensweisen) im Entwicklungsprojekt
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Abb. 1 ist wie folgt zu „lesen“: In der oberen Zeile von links nach rechts stehen allgemeine Eigenschaften der Teammitglieder, die der Autor in seiner langjährigen Projekttätigkeit als für den Projekterfolg wichtig identifiziert hat. In der Spalte vorne stehen hingegen projektbezogene menschliche Eigenschaften, die weitgehend den von Baldegger identifizierten wichtigen Eigenschaften von Teammitgliedern entsprechen ([Ba04]). Speziell für Entwicklungsteams müssen sie aber um die Eigenschaften strukturiert und umsetzungsorientiert erweitert werden, während die von Baldegger identifizierte Eigenschaft erfahren sinnvollerweise den allgemeinen menschlichen Eigenschaften zugeordnet wird. Aus den verschiedenen menschlichen Eigenschaften der Teammitglieder leitet MAP „Typen“ von Teammitgliedern ab, die für die spätere Besetzung der Projektrollen bedeutend sind: Kommunikator, Ideengeber, Qualitätsprüfer, Technischer Problemlöser (Troubleshooter), Experte (Fachspezialist) und Teamworker (Entwickler). Diese Typen ergeben sich aus der Kombination allgemeiner menschlicher Eigenschaften und projektbezogener Eigenschaften der Teammitglieder und überlappen sich zum Teil2. Außerdem können sie sich im Laufe der Jahre verändern. Die Diskussion mit Organisationspsychologen [Wa08] ergibt folglich, dass es besser ist, von Verhaltensweisen anstatt von „Typen“ zu reden. Damit sind aber Kombinationen grundlegender menschlicher Eigenschaften gemeint und nicht „antrainierte“ Verhaltensmuster3. Wie in [Ha10] gezeigt wird, entstehen die MAP-Typen bzw. MAP-Verhaltensweisen aus der Analyse eines besonders erfolgreichen Teams des Autors im Jahr 2005 – also aus der Praxis. Alle MAP-Typen sind in diesem Team vorhanden! Es ist aber auch möglich, die
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2 Diese Überlagerung der Typen (dargestellt als verschiedenfarbige Rechtecke) ist in Abb. 1 gut zu erkennen. 3 Der Einfachheit halber wird im weiteren Text Typ wie auch Verhaltensweise synonym benutzt.
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Erweiterung agiler Prozesse durch sozietäre Vorgehensbausteine 79
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MAP-Typen aus den 9 Team-Rollen von Belbin herzuleiten [Be07][ Be04][Ha15]. Hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass Belbin Managementteams und keine Entwicklungsteams analysiert (Tab. 1).
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Team-Rollen nach Belbin Coordinator & Resource investigator Plant („Kreativist“) Completer & Monitor evaluator Shaper („Gestalter“) Specialist Teamworker & Implementer
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MAP-Typen (-Verhaltensweisen)
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Kommunikator Ideengeber Qualitätsprüfer Technischer Problemlöser (Troubleshooter) Experte (Spezialist) Teamworker (Entwickler)
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Tab. 1: Abbildung der Team-Rollen nach Belbin auf die MAP-Typen (-Verhaltensweisen)
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2 Das MAP-Team als System – Integration in das Viable System Model
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Die bisherige Praxis der MAP-Teams mit ihrem sich im Laufe des Projekts anpassenden agilen Prozess zeigt, dass zum Verständnis des neuen Ansatzes nicht der (agile) Prozess im Mittelpunkt stehen sollte, sondern das Team selbst mit all seinen internen und externen Wechselwirkungen. Das MAP-Team ist also ein soziales System, welches über Steuerungs- und Regelungsmechanismen für einen erfolgreichen Projektverlauf verfügt. Diese Mechanismen stehen auf mehreren Ebenen zur Verfügung, sowohl auf der Ebene des Teams als auch auf der Ebene des einzelnen Teammitglieds mit seinen verschiedenen MAP-Verhaltensweisen (also den identifizierten Typen aus Abb. 1).
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Mit dem Viable System Model (VSM) von Stafford Beer [Be79][Be81] steht ein geeignetes neurokybernetisches Modell zur Verfügung, um das MAP-Team „systemisch“ zu beschreiben: Während sich die MAP-Teams eines Unternehmens auf Ebene 1 wie andere agile Projektteams in das Unternehmen eingliedern (siehe hierzu [WH12]), kann im Folgenden das MAP-Team im Rahmen des VSM auch auf der TeamEbene (Ebene 2) und der Ebene 3 der individuellen Verhaltensweisen (MAP-Typen) mit seinen Wechselwirkungen, sowie Steuerungs- und Regelungsmechanismen dargestellt werden.
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Das Viable System Model bildet die Basis des „St. Galler Managementkonzepts“ [WH12] (siehe hierzu auch [Sc00]). Es beschreibt ein Unternehmen mit seinen Strukturen und seinen Projektteams als lebensfähiges System und orientiert sich dabei stark am Aufbau des zentralen Nervensystems: Die Operativen Subsysteme (im biologischen Organismus wären das z.B. Muskeln oder Organe) interagieren mit ihrer Umwelt, überwacht von einem Metasystem, welches in der Biologie dem Nervensystem und dem Gehirn entspricht [VS12]. Das Metasystem wird in die Systeme 2 bis 5 unterteilt, während die operativen Subsysteme als System 1 bezeichnet werden. Während System 2 die Systeme 1 koordiniert, ist das System 3 das operative Management,
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80 Eckhart Hanser
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welches durch die Audit- und Monitoringfunktionen des Systems 3* erweitert wird. System 4 interagiert mit der Umwelt und beherbergt das strategische Management, während System 5, das normative Management, für die Wertesystem des Teams und der Teammitglieder zuständig ist.
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Abb. 2: VSM-Rekursionsebene 2 – MAP Team4
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Abb. 2 zeigt die Rekursionsebene 2 des Viable System Models [HW12]: Die MAPTeammitglieder sind die operativen Systeme 1, welche durch das System 2, bestehend
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4 Abb. 2 wurde gemeinsam mit Jan Wehinger (Volkswagen Konzernforschung, Zukunftsforschung und Trendtransfer) entwickelt [We13].
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Erweiterung agiler Prozesse durch sozietäre Vorgehensbausteine 81
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aus internen Kommunikationsmanagern, koordiniert werden. Bei der SoftwareProduktion übernimmt die Koordinationsfunktion des Systems 2 der Integrationsingenieur. System 3, das operative Management, ist das Team selbst, welches sich im Rahmen seiner Planungssitzungen etc. selbst steuert. Unterstützt wird es dabei durch den MAP-Beobachter (System 3*), der das Team als Coach betreut. Der oder die externen Kommunikationsmanager halten den Kontakt mit dem Kunden, um neue oder sich ändern Spezifikationen (User Stories) zu identifizieren. Das normative System 5 entspricht der „MAP-Kultur“ des Teams, welche dieses in den TeamReflexionssitzungen pflegt und weiterentwickelt [Ha15].
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Die problemlose Integration von MAP in das Viable System Model5 zeigt, dass MAP gut in das VSM „passt“. MAP-Teams bilden also im Sinne des VSM lebensfähige Systeme, die über die „organisatorische Intelligenz“ verfügen, die notwendig ist, um das Überleben auf dem Markt zeitlich und anforderungstechnisch kritischer Projekte zu sichern.
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3 MAP in der Praxis
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Seit 2004 konnte durch Analyse von studentischen Projekten an der DHBW Lörrach6, Teams weiterer Hochschulen, sowie von Unternehmensteams7 gezeigt werden, dass sozietäre Erweiterungen von Entwicklungsprojekten gemäß MAP die Qualität von Projekt und Produkt erhöhen. Eine Korrelation zwischen dem Projekterfolg und einer guten Teamrollenbesetzung gemäß MAP ist nachweisbar (siehe Abb. 4). Dabei zeigen die Unternehmensprojekte keine Abweichungen zu den studentischen Projekten! Dies ist auch nicht zu erwarten, da sich die üblicherweise in agilen Unternehmensprojekten arbeitenden „Young Professionals“ von den Verhaltensweisen und der Ausbildung her meist nicht sehr von den Studierenden in den studentischen Projekten unterscheiden, insbesondere da diese während der Projekte schon in den höheren Semestern sind und aufgrund ihres dualen Studiums bereits Praxiserfahrung in Unternehmensprojekten sammeln konnten.
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Der große Erfolg der untersuchten Projekte beruht auf der konsequenten Umsetzung der von MAP geforderten „Projektzutaten“. Im Vorfeld unterzogen sich die Teammitglieder einer Selbst- und zwei Fremdevaluationen. Daraus wurde die projektspezifische „Landkarte“ (MAP) der Verhaltensweisen im Team ermittelt und die Projektrollen besetzt.
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5 ohne Anpassung von MAP! 6 die neueren davon im Unternehmensumfeld 7 mit in der Summe mehr als 300 Teilnehmern in 12 Jahren
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82 Eckhart Hanser
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Abb. 3: Verhaltensweisen im Team – Auswertung Projekt 2011
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Wie man in Abb. 3 sieht, werden bei der Zuordnung der Verhaltensweisen oder Typen zu den Projektmitgliedern zwei getrennte Berechnungen durchgeführt. Deshalb sind jedem Teammitglied (dargestellt durch die Nummern 1 bis 7) zwei Balken zugeordnet. Grundsätzlich ist die Höhe des Balkens ein Maß für die Affinität zum jeweiligen Typ. Der kleinere, helle Balken (links) berücksichtigt dabei nur Ergebnisse aus der Evaluation, wenn sie mindestens in zwei von drei Evaluationen auftauchen. Alles andere wird nicht berücksichtigt. Die gute Zuordnung des Teammitglieds Nr. 2 zum Typ Kommunikator heißt also, dass die entsprechenden projektbezogenen und allgemeinen menschlichen Eigenschaften in zwei bis drei Evaluationen angekreuzt wurden. Einfache Nennungen werden nicht berücksichtigt. Aus der Überdeckung der „Kreuzungsflächen“ der projektbezogenen und der allgemeinen menschlichen Eigenschaften mit den Typen
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Erweiterung agiler Prozesse durch sozietäre Vorgehensbausteine 83
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in der „Landkarte“ der Verhaltensweisen in Abb. 1 berechnet sich die Affinität zum jeweiligen Typ. Anders verhält es sich mit dem höheren, dunklen Balken (rechts). Hier werden alle Nennungen der Eigenschaften berücksichtigt. So bildet sich also pro Teammitglied ein Balkenpaar, welches im Vergleich mit den anderen Teammitgliedern die Zuordnung zum entsprechenden Projekttyp verdeutlicht: Beispielsweise sind die Teammitglieder Nr. 2 und 5 gut als Kommunikatoren geeignet!
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Abb. 3 zeigt aber auch Teammitglieder, bei denen die Ausbildung eines Typs nicht sehr ausgeprägt ist. So ist für Teammitglied Nr. 3 bei der Zuordnung zu vier Typen der von der Ausprägung her „schärfere“ linke Balken gleich 0. Der zugehörige rechte, dunkle Balken zeigt viermal eine Höhe zwischen 20% und 30%. Dieses Teammitglied ist also bezüglich der vier Verhaltensweisen Kommunikator, Ideengeber, Experte und Qualitätsprüfer recht ausgeglichen und „unauffällig“. Es zeigt sich aber eine Affinität zum Teammitglied (Teamworker) und – abgeschwächt – zum Troubleshooter.
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4 Konkurrierende Teams – Vorhersage des Teamerfolgs mit MAP
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Um den Projekterfolg vergleichen zu können, ist es interessant, Teams zu beobachten, die ein Projekt in Konkurrenzsituation unter gleichen Bedingungen zu bewältigen haben. Diese Situation, die im Unternehmen eher selten entsteht, ist in Hochschulprojekten öfter zu beobachten.
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Teamerfolg
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Abb. 4: MAP-Index vs. Teamerfolg – Vergleich von 14 konkurrierenden studentischen Teams der DHBW
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MAP-Index
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84 Eckhart Hanser
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Abb. 4 zeigt einen aktuellen Vergleich von 14 konkurrierenden studentischen Teams der DHBW mit derselben Projektaufgabe. Dabei repräsentiert jeder Punkt ein Team. Der Einfachheit halber wird für jedes Team ein „MAP-Index“ (X-Achse) berechnet, der die Werte für die sechs MAP-Verhaltensweisen, die in Abb. 3 beschrieben sind, mit Gewichtungskoeffizienten multipliziert und aufaddiert [Ha15]. Die Y-Achse ist ein Maß für den Projekterfolg. Abb. 4 zeigt deutlich, dass Teams mit einem besseren „MAPIndex“ (rechts auf der X-Achse) in der Regel auch einen größeren Projekterfolg haben. Dieser Zusammenhang wird deutlicher mit dem Level des MAP-Index, also mit der Zunahme der „sozialen Qualität“ des Teams.
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Diese „systemische“ Sicht auf das Projektteam zeigt, dass das „Empowerment“ des Teams durch Optimierung seiner Teamstruktur (Maximierung des MAP-Index) in der Projektpraxis wichtiger ist, als die Wahl des Vorgehensmodells. Für das MAP-Team ist das gewählte Vorgehensmodell nur der „Startprozess“, der im Rahmen der MAP-Regeln verändert und angepasst werden darf und soll. Die (zugegebenermaßen provokante) Frage sei erlaubt, inwiefern es dann überhaupt noch Entwicklungsprozesse braucht: Reicht für den Projekterfolg nicht ein in Prozesspraktiken gut geschultes Team, dessen Schlüsselpositionen durch eine MAP-Evaluierung besetzt werden? Gilt also für moderne Entwicklungsteams, dass das System (also die Struktur des Teams) wichtiger ist als der gewählte Prozess? Die bisherigen Ergebnisse des Autors lassen diesen Schluss zu.
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Wehinger J., Herrmann C.: Das Viable System Model als Bezugsrahmen für Agilität am Beispiel Scrum. In „IT-Projektmanagement 2012+ im Spagat zwischen Industrialisierung und Agilität?“, interPM 2012, Dpunkt.verlag, 2012.
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86 Eckhart Hanser
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Heinrich C. Mary, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 87
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Ein Diversity Framework für Informatik-nahe Projekte
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Christina Böhm1, Renate Motschnig2
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Abstract: Soziale Kompetenzen und die Fähigkeit, effektiv in interdisziplinären Projektteams zu arbeiten, sind für erfolgreiche Informatik-nahe Projekte unabdingbar und gewinnen durch die Globalisierung stetig an Bedeutung. Allerdings scheinen diese sozialen Qualitäten aktuell in der Informatik-Ausbildung wie auch in der praktischen Anwendung unterrepräsentiert. Um diesem Defizit zu begegnen, wurde das „Diversity Framework“ entwickelt. Es bündelt Methoden, Techniken und Prozesse, welche dazu dienen, implizite, soziale Faktoren und Verhaltensweisen zu explizieren und eine systematische und praxisnahe Integration solcher Aspekte zu unterstützen.
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Keywords: Diversität; soziale Kompetenzen; Framework; Ausbildung; Softwareentwicklung
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1 Einleitung
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Neben technischen und analytischen Fähigkeiten benötigen SoftwareentwicklerInnen soziale, „softe“ Fähigkeiten um in interdisziplinären Teams effektiv zu arbeiten [Cu14], [JH10]. Zu diesen Fähigkeiten zählen unter anderem effektive Kommunikations-Skills [MN09], [MN14] und der Umgang mit unterschiedlichen Verhaltensweisen und Arbeitsstilen sowie mit weiteren interkulturellen Aspekten.
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Wenngleich diese Faktoren die Zusammenarbeit in Teams wesentlich beeinflussen können [AB15], [DH05], [IJ91], gibt es – weder im Forschungsbereich noch in der Praxis – systematische Unterstützung für das Thema [Bö15], [BM15]. Um eine Integration dieser Aspekte in der Praxis und Ausbildung zu ermöglichen wurde das sogenannte „Diversity Framework“ im Rahmen der Doktorarbeit der ersten Autorin dieses Beitrags an der Universität Wien entwickelt [Bö16]. Für den Zweck des Frameworks ist Diversität als die Vielfalt an unterschiedlichen Verhaltensweisen (und darunterliegenden Werten) definiert, die Individuen erfahren, wenn sie in Projektteams zusammenarbeiten. Der Fokus liegt dabei auf nicht-sichtbaren, impliziten Diversitätsaspekten wie beispielsweise unterschiedliche Arbeitsstile und - präferenzen, welche einen Einfluss auf den Projekterfolg haben können. Zu diesen Präferenzen zählen unter anderem wie im Team kommuniziert wird, wie Beziehungen aufgebaut und Entscheidungen getroffen werden, wie Projekte geplant und durchgeführt werden, wie Informationen geteilt werden oder wie Aufgaben bearbeitet werden [Bö16].
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Das Diversity Framework unterstützt das Management von impliziten,
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1 Universität Wien, Fakultät für Informatik – Forschungsgruppe CSLEARN (Educational Technologies), Währinger Straße 29, 1090 Wien, christina.boehm@univie.ac.at
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2 Universität Wien, Fakultät für Informatik – Forschungsgruppe CSLEARN (Educational Technologies), Währinger Straße 29, 1090 Wien, renate.motschnig@univie.ac.at
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88 Christina Böhm und Renate Motschnig
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verhaltensbasierten Unterschieden in Teams. Es bietet einen systematischen, strukturierten Zugang [Bö16] zur Identifizierung von verhaltensbasierten Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Projektteammitglieder. Im Gegensatz zu anderen, existierenden Ansätzen fokussiert das Framework auf die Individuen im Team und stellt dadurch den Faktor „Mensch“ [CH01] und dessen Erfahrungen, Fähigkeiten und Präferenzen in den Vordergrund [Bö14], [Mo12]. Darüber hinaus ist das Frameworks generisch und daher sowohl für traditionelle als auch agile (z.B. [Hi04] oder [SB01]) Vorgehensmodelle in Projekten anwendbar und offen für Anpassungen, Tailoring und Erweiterungen [Bö16]. Dies wird durch eine Integration in Form eines eigenen Workflows erreicht, der in den Rational Unified Process (RUP) [Kr04] eingebunden ist. Dieser Workshop-Beitrag gibt zuerst einen Überblick über das verhaltensbasierte Diversity Framework und beschreibt, wie in 5 Stufen kulturelle, zwischenmenschliche Unterschiede in Projektteams erkannt werden können. Des Weiteren werden Möglichkeiten der Integration des entwickelten Diversity Frameworks in die Ausbildung von SoftwareentwicklerInnen – auf akademischen sowie praxisnahem Level – beschrieben. Darüber hinaus werden Vorschläge für weitere, zukünftige Forschung und Entwicklung angeboten.
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2 Das verhaltensbasierte Diversity Framework
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Das an der Universität Wien entwickelte Diversity Framework basiert auf qualitativer Forschung sowie auf einer systematischen Literaturstudie und wurde sowohl quantitative als auch qualitativ auf Aspekte wie Relevanz, Vollständigkeit, Usability, Anwendbarkeit und Effizienz validiert. Das Framework besteht aus fünf systematischen Phasen, welche die Anwendung in Praxis und Ausbildung ermöglichen sollen (siehe Abb. 1).
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Abb. 1: Die 5 Stufen des Diversity Frameworks
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Ein Diversity Framework für Informatik-nahe Projekte 89
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2.1 Stufe 1: Bewusstsein schaffen
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In dieser ersten Stufe wird vorerst geklärt, ob eine Anwendung des Frameworks in der jeweiligen Projektsituation überhaupt sinnvoll beziehungsweise möglich ist. Des Weiteren soll ein Bewusstsein für das Thema Diversität im Team sowie ein gemeinsames Verständnis erzeugt werden.
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2.2 Stufe 2: Analyse
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Die zweite Stufe des Frameworks beschäftigt sich mit der Durchführung einer Diversitäts-Analyse, welche nähere Details zu den Erwartungen, Verhaltensweisen sowie Differenzen und Gemeinsamkeiten hinsichtlich dieser Präferenzen im Team aufdecken soll. Dazu werden in einem ersten Schritt sogenannte „Diversity Features“ diskutiert und Unterschiede identifiziert. Die Diversity Features sind vordefinierte, gruppierte Verhaltenskategorien, welche besonderen Einfluss auf den Projekterfolge haben können. Beispiele für solche Diversity Features sind zum Beispiel: wie im Projekt kommuniziert wird (z.B. direkt versus indirekt); wie Projekte geplant und durchgeführt werden(z.B. agil versus traditionell); wie Informationen geteilt werden (z.B. restriktiv versus offen); wie Aufgaben bearbeitet werden (z.B. parallel versus seriell).
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Zur Identifikation von Unterschieden oder Gemeinsamkeiten kann aus verschiedenen Vorgehensweisen gewählt werden. In einer Studie mit Teams hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass unterschiedliche Optionen angeboten, da selbst bei ähnlichen persönlichen Hintergründen (z.B. Alter, Ausbildung, etc.) die Präferenzen für oder gegen eine bestimmte Vorgehensweise sehr konträr ausfallen kann [Bö16].
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1. Eine offene Gruppendiskussion (team-orientiert).
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2. Eine Gruppendiskussion, welche durch die Visualisierung der unterschiedlichen Meinungen durch Positionieren von Figuren auf einem Tisch unterstützt wird (team-orientiert).
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3. Eine Gruppendiskussion, welche durch die Visualisierung der unterschiedlichen Meinungen durch Positionieren von Personen im Raum unterstützt wird (teamorientiert).
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4. Verwenden eines vordefinierten Fragebogens (individuell-orientiert).
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Abb. 2 zeigt exemplarisch, wie die Unterschiede in der Analyse dargestellt werden können. Für alle identifizierten Unterschiede wird im Weiteren versucht spezifische Projektsituationen zu finden, in denen diese Unterschiede negative oder positive Implikationen haben könnten.
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90 Christina Böhm und Renate Motschnig
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Abb. 2: Darstellung der Ergebnisse einer Diversitäts-Analyse anhand zweier Diversity Features
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2.3 Stufe 3: Lösungsfindung In der dritten Stufe wird – aufbauend auf der vorangegangenen Analyse – versucht, die Meinungen, wie mit der speziellen Projektsituation umgegangen werden soll, zu sammeln und eine Lösung zu definieren. Diese Lösung beinhaltet konkrete Richtlinien und Vorgehensweisen für diese Projektsituation und kann in den ProjektmanagementPlänen dokumentiert werden.
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2.4 Stufe 4: Untersuchung neuer Herausforderungen / Chancen Während der Projektdurchführung können neue Herausforderungen oder Chancen – wie beispielsweise veränderte Rahmenbedingungen oder Änderungen in der Projektorganisation – auftreten, welche bisher in den Stufen 1-3 noch nicht betrachtet wurden. In der vierten Stufe werden solche Herausforderungen oder Chancen wiederum systematisch analysiert. Dazu werden die Ursachen betrachtet, individuelle Interessen erfasst und eine Lösungsstrategie für Unterschiede erarbeitet.
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2.5 Stufe 5: Re-Assessment und Lernen Diese fünfte Stufe findet parallel zu den Stufen 2-4 statt. Hier werden nun die definierten Lösungen in regelmäßigen Zyklen (oder bei Bedarf ad-hoc) überprüft und angepasst. Außerdem ist an dieses Re-Assessment eine Lernschleife angebunden, damit Lessons Learned direkt für das Projekt, für die individuelle Entwicklung der Teammitglieder und für die Organisation genutzt werden können.
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3 Einbindung des Diversity Frameworks in die InformatikAusbildung
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Wie eingangs beschrieben, ist es erforderlich, dass soziale Qualitäten auch in die Informatik Ausbildung eingebettet werden. Als Beitrag dazu zeigen hier zwei
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Ein Diversity Framework für Informatik-nahe Projekte 91
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Möglichkeiten auf, wie das Diversity Frameworks in die Ausbildung von SoftwareentwicklerInnen eingebunden werden kann:
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Integration in akademische Informatik-Curricula
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Das Computer Science Curriculum der ACM / IEEE [Jo13] fordert, dass Studierende ganzheitlich ausgebildet werden müssen. Zu dieser Ausbildung zählt nicht nur die Vermittlung von technischen Fakten, sondern auch von sozialen und persönlichen Kompetenzen. Zwei verschiedene Szenarien sind möglich, um das Diversity Framework auf einem akademischen Level zu integrieren:
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− Szenario 1: Die Integration in eine Basis-Lehrveranstaltung zum Thema Software Engineering, oder in eine Lehrveranstaltung zu ausgewählten Kapiteln des Software Engineering. Hierfür könnte das Diversitäts-Thema im Rahmen der Softwareentwicklungsmodelle (u.a. Rational Unified Process [Kr04]) eingebracht werden, da moderne Vorgehensmodell bereits auch angrenzende Gebiete (z.B. Projektmanagement) berücksichtigen.
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− Szenario 2: Die Integration in eine Basis-Lehrveranstaltung mit einem Fokus auf Projektmanagement und/oder soziale Kompetenzen. Im Gegensatz zu Szenario 1 liegt hier der Fokus auf effektiver Zusammenarbeit in (Projekt-)Teams.
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Integration in internationale Projektmanagement-Standards
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Da das Framework an einige Gebiete der wichtigsten, bestehenden ProjektmanagementStandards [Hi12], [In15], [Pr13] anschließt, scheint beispielsweise eine Integration in die bestehenden ‚Knowledge Areas’ (z.B. Communication Management, Risk Management, Stakeholder Management) des PMBOK® [Pr13] oder eine neue Knowledge Area, welche sich mit sozialen Aspekten auseinandersetzt, sinnvoll.
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4 Zusammenfassung
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Die Wichtigkeit von sozialen Kompetenzen in Softwareentwicklungs-Projekten scheint in der Ausbildung noch nicht angelangt zu sein. Das hier beschriebene Diversity Framework greift diesen Mangel auf und soll dazu beitragen, professionell mit dem Thema in einer zeitgemäßen Informatik-Ausbildung umgehen zu können.
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Das Diversity Framework bietet einen Vielzahl an Vorgehensweisen und Möglichkeiten und ist daher an unterschiedliche Situationen und Teams anpassbar. Des Weiteren hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, dass das Diversity Framework in den Rational Unified Process integriert ist, da dies zum einen die Anwendung für SoftwareentwicklungsProjekte vereinfacht, aber auch die Anbindung an die Informatik-Ausbildung vereinfacht.
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Weitere Forschung sollte sich der Integration des Diversity Frameworks in die
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92 Christina Böhm und Renate Motschnig
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akademische- sowie praxisnahe Ausbildung widmen. Weiters sind Feldstudien zur Verwendung des Diversity Frameworks in Informatik-Projekten vorgesehen.
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Literaturverzeichnis
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[AB15] [Bö14]
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[Bö15] [Bö16] [BM15] [CH01] [Cu14] [DH05] [Fl02] [Hi04] [Hi12] [Ho14]
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Ein Diversity Framework für Informatik-nahe Projekte 93
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94 Christina Böhm und Renate Motschnig
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Heinrich C. Mayr, Martin Pinzger (Hrsg.): INFORMATIK 2016, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2016 95
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Independent vs. interdependent identities: Eine theoretische Basis zu kulturellen Unterschieden in der Entwicklung und Nutzung von Software
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Walter Renner1, Shiva Khalili2
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Abstract: Im Ausschreibungstext wird festgehalten, dass eine Software die Rolle eines "einfühlsamen, höflichen Butlers" einnehmen solle und es wird gefordert, dass Softwareprodukte den kulturellen Erwartungen und Erfordernissen der User anzupassen seien. Wenn User und "Butler" zufriedenstellend interagieren sollen, stellt sich somit die Frage der kulturellen Identität auf beiden Seiten. Der aktuelle Beitrag stellt die kulturpsychologische Basis zu diesen Postulaten und weiterführenden Entwicklungen bereit. In einer Weiterführung des Konzeptes individualistischer vs. kollektivistischer Gesellschaften präsentierten Markus und Kitayama die Unterscheidung einer "unabhängigen" (independent) Identität in den USA und der EU gegenüber einer "wechselseitig abhängigen" (interdependent) Identität in Asien. Diese Überlegungen werden am Beispiel Iran hinsichtlich des politischen Kontextes und bezüglich der religiös-ideologischen, soziokulturellen und genderbezogenen Konsequenzen und Implikationen veranschaulicht. Anschließend sollen diese Aspekte im Workshop diskutiert werden.
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Keywords: Softwareentwicklung, Kultur, identität, self-construal, independent vs. interdependent, Iran, Kollektivismus und Individualismus
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1 Die Anfänge in der Philosophie
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Kulturelle Unterschiede und deren Auswirkungen auf das Zusammenleben wurden bereits vom Philosophen Tönnies [Tö87] thematisiert: die ursprüngliche Form der Koexistenz, die Gemeinschaft, impliziert real begreifbare Verbindungen zwischen Individuen, welche derselben Dorfgemeinschaft bzw. Großfamilie angehören, wie dies etwa in einem Tiroler Bergbauerndorf des frühen 20. Jahrhunderts oder in einer afrikanischen Großfamilie auch heute noch der Fall ist. Dem stellte Tönnies das Modell der Gesellschaft gegenüber: mit der Industrialisierung etablierten sich neue Staatsformen auf der Grundlage abstrakter Vereinbarungen und Regeln, basierend auf Arbeitsteilung, Gesetzen, Versicherungen, Sozialsystemen und anderen Merkmalen komplexer Gesellschaftlichen.
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2 Die empirische Basis
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1 Pan-European University, Faculty of Psychology, Tomasikova 20, P. O. Box 12, 82009 Bratislava, Slowakische Republik, walter.renner@aau.at
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2 Independent Researcher, shivakhalili@yahoo.com
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96 Walter Renner und Shiva Khalili
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In ähnlicher Weise unterschied Hofstede [Ho84], [Ho01], [HHM10] zwischen kollektivistischen (entsprechend der Gemeinschaft) und individualistischen (entsprechend der Gesellschaft) Kulturen. Anhand der internationalen Datenbasis des IBM-Konzerns konnte Hofstede diese und andere Dimensionen für den Vergleich der länderspezifischen Gegebenheiten für die meisten Staaten der Welt empirisch abbilden. Dadurch wurde das Konzept von Individualism vs. Collectivism (I/C) weltweit bekannt und zum Beispiel von Harry C. Triandis, der im kollektivistischen ländlichen Griechenland aufgewachsen und schon früh mit seinen Eltern in die individualistisch geprägten USA emigriert war, aufgegriffen [Tr95].
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Sowohl Hofstede als auch Triandis verdeutlichten, dass I/C nicht als kategorial zu trennende Alternativen, sondern als die beiden Enden eines Kontinuums zu verstehen sind, entlang dessen sich Kulturen positionieren lassen. So sind etwa die nördliche EU hinsichtlich ihrer autochthonen Bevölkerung und die weiße U.S.-Mittelschicht heute ganz überwiegend als individualistische Kulturen positioniert, während Minderheiten, wie etwa die türkischstämmige Community in Deutschland und Österreich auch im 21. Jahrhundert noch stark von kollektivistischen Werten geprägt ist.
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Auch unter dem Aspekt der Globalisierung sind der arabische Raum und andere moslemische Länder wie der Iran, Afghanistan und die Türkei, der gesamte asiatische Kontinent, sowie Afrika südlich der Sahara bis heute eindeutig kollektivistisch. Dies gilt trotz der sonstigen kulturellen Unterschiede, etwa zwischen Indien, Taiwan und Japan oder zwischen Ägypten, Nigeria oder einer südafrikanischen Stammeskultur.
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3 Kulturpsychologie
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Shweder [Sh96], [Sh08] und Shweder und Haidt [SH00] differenzierten in ihrer cultural psychology hinsichtlich der kulturspezifischen Wertorientierungen zwischen einer (1) Ethic of Autonomy, entsprechend individualistischen Werten und einer (2) Ethic of Community und (3) einer Ethic of Divinity, welche unterschiedlichen Facetten einer kollektivistischen Kultur entsprechen.
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Während die Ethic of Autonomy lediglich verbietet, was anderen Individuen schadet oder sie in ihren Rechten beschneidet, gelten in der Ethic of Community Werte wie Gruppenloyalität, Familienehre, Respekt, Keuschheit und Demut auch dann als allgemein verbindlich, wenn aus deren Verletzung kein objektiver Schaden entsteht. Die Ethic of Divinity, die etwa für die Kulturen Südostasiens charakteristisch ist, fokussiert schließlich auf religiös begründete Reinheitsgebote und auf die Hochachtung vor allem Lebendigen, weil etwa Tiere der Sitz einer göttlichen Seele sind.
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Independent vs. interdependent identities 97
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4 Identität: Independent vs. Interdependent
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Während die bisherigen Ansätze auf Eigenheiten der Kulturen abgestellt hatten, fokussierten Markus und Kitayama [MK91] ebenfalls entlang der Linien von I/C auf unterschiedliche "self-construals", also Sichtweisen einer Person von sich selbst oder, präziser, von ihrer Identität als "Mitglied der Familie Müller" (interdependent) oder als "Frau Gerda Müller" (independent).
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Eine interdependente Selbstdefinition impliziert im Extremfall, dass "kollektivistische" Personen, die etwa durch Flucht und Migration von ihrer Ursprungsfamilie getrennt sind, das erleben und erleiden, was Eisenbruch [Ei91] als cultural bereavement charakterisiert hatte: die bloße Trennung von der identitätsstiftenden Bezugsgruppe hat nicht nur traumatischen Charakter, sondern stellt die Identität der betroffenen Person ernsthaft in Frage.
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5 Das Beispiel Iran
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Die Bedeutung kultureller Dimensionen wie Individualismus/Kollektivismus und anderer politischer und soziokultureller Merkmale für die IT und Softwareentwicklung können am aktuellen Beispiel der islamischen Republik Iran diskutieret werden.
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Politik, Religion und Kultur: kollektivistische Kultur Irans zwischen Islamisierung und Globalisierung
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Seit der Islamischen Revolution 1978-79 stellt die theokratische Regierung Irans eine Vereinigung von Macht, Politik und Religion dar. Die Kulturrevolution oder Islamisierung in allen Aspekten der persönlichen (Geschlechtsidentität, Familienleben) und sozialen Lebens (einschließlich Kunst, Wissenschaft und Bildung, Sport, etc.) sind seitdem gefolgt.
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Konformität hat als personal value [Sc12], der zu Konfliktvermeidung und Sicherheit beiträgt, im Iran Priorität. Diese trägt zur Stärkung der kollektivistischen Kultur, sowie auf einer niedrigeren Ebene - zur Verstärkung der spezifischen Gruppenidentitäten bei. Zugleich wird dadurch ein Raum für die persönlichen Strebungen und Interessen des Individuums geschaffen.
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In dieser Hinsicht werden neue Technologien und Software von vielen Iranern als Chance gesehen, um Zugang zu Information, Wissen und Wissenschaft zu erlangen, aber auch um persönliche Interessen zu folgen, um Verbindungen zu anderen (neuen Gruppenidentitäten) zu herzustellen, um Gelegenheiten für Veränderung und Entwicklung zu schaffen, aber auch, um neue Erfahrungen und Spaß zu erleben.
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Heute zeigen die IT-Entwicklung, Produktion und Anwendung im Iran ein Wechselspiel zwischen
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98 Walter Renner und Shiva Khalili
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(1) Politik und Religion mit der Tendenz die (Veränderungen der) Kultur zu kontrollieren und die Menschen in ihren individuellen Entscheidungen und in ihrer Freiheit einzuschränken - und
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(2) der individuellen Sehnsucht der Iraner nach Freiheit in Entscheidung und Meinung und dem Bedürfnis eines freien privaten Bereiches (gemeint ist einen Bereich, in dem die Person sich ohne Regulierungen und Zwänge von Behörden und den damit verbundenen Ängsten ausdrücken darf). Diese Sehnsucht ist im Hinblick auf die sich laufend verändernde Umwelt und im Licht der Globalisierung zu sehen.
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Diese Trends sind in den Bemühungen der Islamischen Republik um Zensur und Kontrolle des Internets, Social Media (Twitter, Facebook, YouTube, Google Plus) [Sh14], um Kontrolle der Inhalte von Nachrichten und Bilder, Blogs und sogar der privaten Bereiche wie persönliche E-Mails, mobile Gespräche, Apps und deren Inhalte zu beobachten.
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Die iranische Bevölkerung hat trotz dieser Schwierigkeiten und Einschränkungen ein großes Interesse an neuen Technologien gezeigt. Heute hat der Iran mit mehr als 46 Millionen Internet-Nutzern im Nahen Osten, nach Israel den zweithöchsten Prozentsatz der Bevölkerung online vernetzt [An13].
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Der gleiche Trend kann - sowohl in dem Bevölkerungsinteresse als auch in der staatlichen Regulierung, Zensur und Kontrolle - im iranischen Gamer Bereich [El16] beobachtet werden. Diese Kontrolle und Zensur im Iran dient der Stabilität des Landes und der Verteidigung und Pflege seiner traditionell-religiösen Kultur sowie der Vermeidung der Ausbreitung unerwünschter Ideen, Kritik und Aktivitäten, die als Gefahr für die nationale Sicherheit und für das religiöse und politische Establishment interpretiert werden. Bereits der Verdacht eines solchen Vorhabens wird hart bestraft.
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Es wird angenommen, dass die erforderliche Technologie und Werkzeuge zu diesem Zweck von den westlichen Ländern und Firmen an iranische Behörden verkauft wurden [RC09]. Somit werden der Iran und China als höchstrangige Länder mit InternetZensur/Kontrolle und der Iran als eines der Länder mit sehr aktiven regierungsabhängigen Hackern (beschäftigt mit Cyber-Piraterie und Cyber Spionage) genannt [LHS16].
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Es werden durch die Regierungsunterstützte IT- und Software-Organisationen viele national-, religions- und kultursensible Spiele und edukative Softwares erzeugt, obwohl die Qualität meistens nicht mit dem internationalen Teil (d.h. mit den im Iran verfügbaren Raubkopien) konkurrieren kann [LHS16]. Die Vielfalt individueller Interessen und Vorlieben sowie das weite Spektrum der iranischen ethnischen Gruppen und diverser religiösen Traditionen wird dabei nicht annährend abgedeckt.
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Independent vs. interdependent identities 99
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Das Beispiel Iran deutet auf die Notwendigkeit der Überprüfung und Untersuchung der Risiken und Vorteile der Fokussierung auf kulturelle Identitäten vs. inklusivistischuniversalistischen Identitäten im 21. Jahrhundert im Bereich der IT und SoftwareProduktion.
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Während eine von Ideologie, Religion und Wirtschaft angetriebene Politik einen Fokus auf "eigene" Kultur, Nationalität, Rasse (Themen und Inhalte wie weiße Rasse, westlichen Lebensstil, Amerikaner als Helden in vielen Spielen) und religiöse Identitäten (z.B. ISIS) legt, kann dieser Ansatz bei Usern zur Bildung und/oder Verstärkung von Ingroup/Outgroup Identitäten führen: das Gefühl doppelter Standards, Wettbewerb, und deren Folgen wie Diskriminierung, Aggression und radikale Ansichten werden gefördert.
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Identitäten tendieren in der Regel in stabilen Situationen stabil zu bleiben: Aktionen und Erzählungen (narratives) sind vorhersehbar. Änderungen in Kontext, Werkzeuge (Tools: inkl. IT und Software) und Umwelt bieten Möglichkeiten für neue Aktionen und damit Änderungen in Identitäten und Kulturen an.
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Wir leben in einer sich schnell verändernden Welt mit Fortschritten in Wissenschaft und Technologie. Wir sind mit einer Vielfalt von Informationen und Möglichkeiten konfrontiert. Daher wird von der Software, erwartet unterschiedlichen Populationen Hilfe und Unterstützung für ihre Aufgaben und Kapazitäten zu geben, wie sie den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entsprechen (z.B.: kritisches Denken, Toleranz und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Koexistenz mit und in der Vielfalt).
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Neue Erzählungen, neue Aufgaben, Werkzeuge (Tools), Jobs... können persönliche und Gruppenidentitäten destabilisieren. In dieser Situation haben die Teilnehmer/User die einmalige Gelegenheit, ihre Identitäten neu zu verhandeln (renegotiate) [Bl10]. Für Software-Entwickler und Anwender in 21. Jahrhundert ist es entscheidend, die Sensibilität dieser Phase der Identität Neuverhandlungen (identity renegotiations) und die Herausforderungen der Mitglieder aller Kulturen in Bezug auf diese Veränderungen und Transformationen der individuellen und kollektiven Identitäten zu berücksichtigen.
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Die Risiken und Vorteile der einengenden spezifischen Gruppenidentitäten gegenüber breiteren, universalistischen und globale Identitäten sollte geprüft werden. Es sollte auf der gemeinsamen Achtung für die wissenschaftliche Bildung (inkl. Informationen über alle Kulturen in ihrem evolutionären und Entwicklungskontext) und auf psychoedukativen Programme (wie Apps und Software, die Life-Skill-Trainings inkl. Kritisches Denken und Verstärkung des Bewusstseins über menschliche kognitiven Verzerrungen enthalten; Programme und Spiele, die individuellen moralischen Grundlagen der Fairness und Care/Empathie verstärken etc.) aufgebaut werden. Hinzu sollten eine respektvolle Haltung und das Zelebrieren aller Kulturen als Erbe der modernen Menschen kommen: dadurch können die Ingroup-outgroup Aggression und
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